In meinem Bekanntenkreis wird heftig über die Erhöhung des Benzinpreises - der Ökosteuer diskutiert. Ich sehe diese Entwicklung sehr zweigeteilt. Einerseits bin ich, der Natur zuliebe, für eine Ökosteuer. Allerdings nur, wenn sie zweckgebunden eingesetzt wird und nicht wieder in andere Töpfe fließt. Andererseits: Wer beruflich auf das Auto angewiesen ist und möglicherweise auch nicht so viel verdient, dem geht es sehr stark an den Geldbeutel. Es kann nicht gerecht sein, wenn ein Autofahrer, der seinen Wagen braucht, um vom Umland zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen, auf diese Weise zur Kasse gebeten wird. Das sind ja schließlich keine Freizeitfahrten, sondern die Fahrt dient dem Lebensunterhalt. Fahrgemeinschaften sind vielleicht eine Möglichkeit, Benzinkosten zu drosseln, eine Gelegenheit bietet sich aber nicht immer. Das öffentliche Verkehrsnetz ist auch nicht billig und muss zusätzlich dringend ausgebaut werden, um als Alternative zum Auto bestehen zu können. Wer auf das Auto beruflich angewiesen ist, der sollte eine Steuerersparnis erhalten. Es darf nicht sein, dass man diese Leute in ihrem Erwerb begrenzt.
Quelle: Ulrich Pleitgen Auf ein Wort