WAS DIE FAMILIE "SCHEFER" DEM ZDF-LEHRER "SPECHT" ZU VERDANKEN HAT

Das Erfolgsrezept klingt denkbar einfach. Man nehme populäre Jung-Darsteller (Patrick Bach und Tina Ruland), stelle sie in ein typisches Umfeld (Schule) und produziere so "ein junges Programm" (ARD-Eigenlob). Doch hinter dem aktuellen Vorabenderfolg im Ersten: "Nicht von schlechten Eltern" steckt mehr als nur dieses simple Strickmuster.
Bis die erste Klappe fiel, kam den Autoren Christoph Mattner und Rainer Boldt nämlich erst mal ein mehr oder weniger glücklicher Zufall zur Hilfe.
 
 
"Wir hatten schon 199o darüber gesprochen, dass man eigentlich mal was über die Schule machen müßte", so Autor Mattner zum Gong. "Doch dann kam der Lehrer Dr. Specht und plötzlich hieß es: Das geht nun nicht mehr." So wurde aus der Not eine Tugend und man entschied sich, die Handlung der Schulserie nicht wie geplant im Erwachsenen-, sondern im Schüler-Milieu anzusiedeln.
Mattner, der selbst keine Kinder hat, hörte sich daraufhin im Freundes- und Bekanntenkreis um, denn: "Die stolzen Väter und Mütter erzählen einem immer gern die großen Sachen ihrer Kinder."
Dort fand er nicht nur eine Vorlage für Moritz (Steven Bennett) - selbst konkrete Handlungsstränge der Serie haben sich so oder ähnlich wirklich ereignet. Mattner: "Die Graffiti-Folge, in der Felix ein Happy Birthday an die Turnhalle sprüht, ist hier in Hamburg wirklich passiert."
Für die Recherchen zum Unterschleif bei Lateinprüfungen und Möglichkeiten, selbige mit ganz herkömmlichen Mitteln innerhalb kürzester Zeit zu lösen, ging Mattner sogar an seine alte Schule: "Da hat sich von meiner Schulzeit bis heute nicht viel geändert."
Einzig bei der Sprache der "Kids" verließ sich der Autor nicht auf reale Vorbilder: "Wenn man Tonbänder in Jugendtreffs oder Discos mitlaufen lassen würde, hätte man wahrscheinlich nur "ätzend" oder "super" drauf", belächelt er die heutige sogenannte Jugendsprache. Für die spritzigen und auf den Punkt gebrachten Fernsehdialoge wäre das zu wenig, auch wenn viele der Jugendlichen vor dem Bildschirm die Serie "echt geil" finden. Quelle: GONG / Jochen Detering