KÜNSTLERPECH - 1993

Deutschland 1993 Regie Walter Weber Drehbuch Martinek / Riedel Starschauspieler rächt sich an seinem (Staats-)Theater und dessen Intendanten für seine fristlose Entlassung.

Glaubt man den diversen Umfragen sowie zahlreichen Fernsehrezensionen, dann hat der deutsche Zuschauer nichts zum Lachen. Wie tröstend, wenn nach solcher Lektüre ein Film wie >Künstlerpech< zum Kritikerglück gerät. Mit Tränen in den Augen und Schütteln im Bauch wäre es fast unmöglich geworden, im Abspann die Namen der Drehbuchautoren zu entziffern: Krystian Martinek und Neithard Riedel. Wieder einmal ist es dem >Dreamteam< gelungen, die Vorlage für eine Eulenspiegelei der 90er Jahre zu geben.
Der genarrte Schelm heißt dieses Mal Hardy König (welch eine Rolle für Ulrich Pleitgen!), der als Star eines Stadttheaters plötzlich nicht die Rolle des Hamlet, sondern die Kündigung erhält. Er fuhr einen Porsche, wandelte im riesigen Appartement und heißt nicht nur König, sondern fühlt sich auch so. Bis zu jenem Tag, da er erfährt: Er hat eigentlich nichts außer Problemen. Dazu bekommt er noch ein hochverzinstes Darlehen, um mit diesem Startkapital und einer lieben(den) Helferin (herrlich gespielt von Beatrice Richter) letztendlich aus der Misere nach Ekike zu fliegen. Wo das liegt, weiß keiner genau. Aber vielleicht dreht Walter Weber (Regie) noch einen zweiten Teil über den schlitzohrigen Pechvogel namens König. So spritzig, so komisch, so hintergründig, ganz genauso wie diesen ersten Film.
BERLINER TAGESSPIEGEL / Anne P. Meyer

ULRICH PLEITGEN: NICHT OHNE MEINEN STRUPPI
Ulrich Pleitgen als "Hardy König" in der Kriminalkomödie "Künstlerpech".

 
Der Schauspieler Hardy König glaubt, dass sein Ruhm unvergänglich ist und er für alle Zeiten ein sorgloses Leben genießen kann. Doch dann bekommt die Rezession eine Hauptrolle. Nichts geht mehr: Das geleaste Auto wird abgeholt, die Designer-Wohnung ausgeräumt. Und wenn´s ums  Geld geht, sind alle guten Freunde weg. Doch Rache ist süß. Das beweist Ulrich Pleitgen als Hardy König in der Kriminalkomödie "Künstlerpech".
Im Theatermilieu kennt sich Ulrich Pleitgen gut aus.Nach einer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater von 1966 - 1969 in seiner Geburtsstadt Hannover hat er "von Anfang an in der Bühnenwelt" gearbeitet, wie er sagt. Von Shakespeare bis Achternbusch hat er alles und an allen großen deutschen Bühnen gespielt. Doch fürs Fernsehen ("Haus am See", "Nicht von schlechten Eltern") war er sich trotzdem nie zu fein: "Ich spiele gern in einer Serie, wenn sie mich nicht zu sehr bindet. Ein Jahr Dreharbeiten, dann muss wieder Zeit für etwas Neues sein." In eine Schublade will sich der leidenschaftliche Schauspieler nicht sperren lassen.
Seit 1975 ist der Bühnenprofi mit der Schauspielerin Ann-Monika Bohnet zusammen. Das Paar lernte sich in Berlin am Schiller-Theater kennen. Er war ihr Mann fürs Leben: Leidenschaftlich, intensiv, beinahe süchtig nach Gerechtigkeit empfindsam, sinnlich und sehr musisch. Genauso sei ihr Sohn, sagt Ann-Monika.Wahrscheinlich ist dies das Geheimnis der glücklichen Ehe (Sohn Ilja stammt aus ihrer ersten Ehe).
Dann gibt es noch den Zwergschnauzer "Struppi". Ulrich Pleitgen lernt nicht eine Zeile Text ohne das schwarze Wollknäuel an seiner Seite. Behauptet er jedenfalls.