K3 - KRIPO HAMBURG: AUF DÜNNEM EIS - 2003

Ulrich Pleitgen als Kommissar Sander in "K3 - Kripo Hamburg"

LICHTER IM ELBTUNNEL- Den angestaubten Klassiker "Die Männer vom K3" möbelt der NDR zu einem hinreißenden Spiel mit Liebe und Mord auf - ein Highlight des TV-Sommers.

Postkartenschön glänzt das Abendrot über Elbe und Hafen: Die ersten Bilder des an diesem Sonntag in der ARD laufenden TV-Krimis versprechen kaum Spannendes. Der Titel "K3 - Kripo Hamburg. Auf dünnem Eis" erst recht nicht. Denn das Kürzel K3 erinnert den Zuschauer an eine gemächliche Krimi-Barkasse, die eineinhalb Jahrzehnte über den Hauptabend am Sonntag schipperte und auf der vier biedersinnig wirkende Fahrensleute des TV-Ermittlergewerbes Dienst taten: erstaunlich beliebt, aber auch erstaunlich ungenial.

Wie der Schein trügt. Um 20.15 Uhr werden die ARD-Zuschauer an diesem Sonntag einem der Höhepunkte des Fernsehjahres beigewohnt haben. Da ist keine Barkasse über den Bildschirm getuckert, sondern ein Tragflächenboot kurvte verwegen und elegant durchs Gebraus des modernen Fernsehens.

Wie seekrank torkelt die Handkamera durch die Szenen, die vier Helden von der Polizei sind aufregend müde. Nachtgestalten aus den Abgründen der modernen Arbeitswelt. Die Story knistert vor Sex und Lügen, und eine starke Brise treibt die Handlung unerbittlich voran. Rasante Bilder etwa von den Lichtern im Alten Elbtunnel bedrängen das Gemüt.
Die Dialoge funkeln. "Kundschaft weg, Männer weg, Angst vor morgen, Angst vor dem Spiegel und sieben Monate November" - so erklärt zum Beispiel eine Boutiquebesitzerin im Film, warum sie aus dem kalten Deutschland nach Spanien übersiedeln will.
Friedemann Fromm, 40, hat dieses K3-Wunder zu Stande gebracht. Im vergangenen Jahr trieb er Senta Berger in dem ZDF-Zweiteiler "Unter Verdacht" zu einer Spitzenleistung: So hart und zugleich verletzlich sah man den Star selten wie in diesem Stück vom Kampf einer unbestechlichen Kriminalrätin gegen ihren schleimig-gefährlichen Vorgesetzten (Gerd Anthoff). Der Grimme-Preis war mehr als verdient.

So gesehen ist es eigentlich keine Überraschung, dass Fromm auch so ein sperriges Format wie das K3-Muster in den Griff bekommen hat. Was andere Regisseure vielleicht abgeschreckt hätte, hat ihn gereizt: vier männliche Ermittler zu zeigen, also gerade im Zeitalter der Feminisierung des Krimis verschiedene Facetten von Virilität zu zeigen. Der Film beweist, dass die Innenwelten der Kerle noch längst nicht auserzählt sind.
Um den TV-Altstar Ulrich Pleitgen, der mit Knittermiene und rauchiger Stimme den beherrschten Vorgesetzten gibt, versammelt Fromm wirklich originelle Figuren: Da ist der halbtürkische Oberkommissar Murat Alpay, den der Münchner Jungschauspieler Oliver K. Wnuk, 27, als unberechenbare Mischung aus Streber, Sensibelchen und Frechdachs anlegt. Ihm entgegen steht der bayerische Sanguiniker Reisinger (Jürgen Tonkel) , ein Gemütsmensch mit plötzlichen Vulkanausbrüchen. Sein Kollege Noll (Oliver Bäßler), der Vierte im Bunde, ist deshalb interessant, weil er ein privates Geheimnis hat, das während des Films einfach nicht aufgeklärt wird.

Internes Leben ins Polizeiquartett bringen kurze Szenen, die - passend zur Optik - wie Schlagschatten wirken. Man erfährt von einsamen Partnerinnen, zerstörten Familien und lernt, dass der Mann am kommunikativsten ist, wenn er schweigt.
Die wortkargen Vier von der Andeutungsstelle ermitteln in einem vertrackten Fall, blicken auf entschlossene Lügner, verschlossene Münder und versiegelte Herzen. Ein Makler ist ermordet worden, und es zeigt sich, dass da ein Fiesling der Spitzenklasse das Leben lassen mußte. Der Mann hat nicht nur Kunden um ihr Geld geprellt, er hat auch die eigene Tochter Kathrin (Maria Simon) betrogen.

Doch die Blondine hat kaum Mitleid verdient, schließlich hat sie den brutalen Geldeintreiber Laudien (Andre´ Hennicke) auf ihren Vater angesetzt. Und diesem gefährlichen Mann, der von sich sagt: "Ich trage keine Waffe, ich bin eine Waffe", wendet sich das Mädchen erotisch zu, um sich seinen Altlover, einen erpresserischen Dunkelmann (Burghart Klaußner), vom Hals zu schaffen.

Diese undurchsichtige Kathrin zwischen Lüge und Liebe spielt die Simon voller gefährlicher Verschlossenheit. Die aus dem Osten Deutschlands stammende Schauspielerin war als genervte Schwester des treuen Muttersohns in "Good Bye, Lenin!" wegen ihrer Intensität aufgefallen; der Regisseur Fromm schafft ihr nun die verdiente Plattform, mehr zu zeigen.

Der Untertitel dieser hoffnungsvollen Pilotsendung, "Auf dünnem Eis", hat auch eine übertragene Bedeutung: Der fulminante K3-Relaunch muss über 20 Prozent Quote schaffen - und das trotz des Turbosommers.
Quelle: DER SPIEGEL/ Nikolaus von Festenberg/ 18. August 2003
www.spiegel.de/spiegel/print/d-28325085.html

GUTE QUOTE FÜR
NEUE KRIMI-SERIE

 
HAMBURG (dpa) Gelungener Einstand für das neue Team von "K3 - Kripo Hamburg" am Sonntagabend in der ARD:
Auf dem Krimi-erprobten Sendeplatz interessierte die Mannschaft um Kommissar Sander (Ulrich Pleitgen) mit ihrem ersten Fall auf Anhieb 6,45 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 22, 3 Prozent).

 
STAUB AUFGEWIRBELT
K3 - Kripo Hamburg:
Auf dünnem Eis/ARD

 
Respekt, Respekt: Das war ein Einstieg  nach Maß, den die vier neuen Männer vom "K3 - Kripo Hamburg" gestern gefeiert haben. Den Staub, der sich nach 38 Folgen auf die alte NDR - Ikone K3 gelegt hatte, wirbelte das Quartett um "Alphatier" Ulrich Pleitgen mit einer solchen Wucht hinfort, dass er sich so schnell nicht wieder auf das Krimi - Format legen wird.
Kurzum: Der neue K3 glänzte, wie nur wenige Filme in diesem Jahr geglänzt haben - und glänzen werden.
Allergisch mögen wohl nur die Nostalgiker auf die Staubauf-wirbler reagiert haben. Ein Stück weit ist das nachvollziehbar, denn ihnen wurde tatsächlich einiges zugemutet. Die größte Revolution: Regisseur Friedemann Fromm ließ nur mit der Handkamera filmen. Das Ergebnis waren allerdings keine wackeligen Bilder im Dogma - Stil, sondern unglaublich intensive und temporeiche Aufnahmen.
Zudem müssen auch die ärgsten Skeptiker zugeben, dass die Geschichte und auch die Besetzung des K3 - Pilotfilms "Auf dünnem Eis" überzeugend waren. Dass weder der brutale Geldeintreiber Laudien (Andre´ Hennicke) noch die schöne und geheimnisvolle Tochter Kathrin (Maria Simon) den Kaufmann Pöschel umgebracht hatten, war vielleicht keine Sensation. Ein sehr gutes Drehbuch war es trotzdem, das Norbert Ehry geschrieben hat.
Und die Schauspieler? Dem NDR ist mit dem neuen Quartett ein bunter Mix gelungen. Es bleibt zu hoffen, dass Ulrich Pleitgen, Oliver K. Wnuk, Oliver Bäßler und Jürgen Tonkel weiter so unaufgeregt - professionell ermitteln - und dass die kurzen Szenen, in denen es zwischen den Kommissaren menschelte, so kurz bleiben. Denn Ermittler, die sich mit drogensüchtigen Töchtern beschäftigen müssen, gibt es im deutschen Fernsehen schon genug.
Quelle: OSNABRÜCKER ZEITUNG / Michael Krechting / 25. o8. 2003</auf>

"DAFÜR BRAUCHE ICH KEINEN KOPFSCHUSS"
Ulrich Pleitgen ohne besondere Vorbereitung >Leitwolf< in völlig veränderter Krimi-Reihe <k3<<br /> 
K3 - Kripo Hamburg:
Auf dünnem Eis / ARD</k3<<br />

 
Es sind genau 15 Sekunden, die der NDR den Nostalgikern unter den Fernsehzuschauern gönnt. 15 Sekunden lang zeigt die Kamera Bilder vom Hamburger Hafen im Orange der Abendsonne. 15 Sekunden lang ist alles so, wie es früher bei den >Männern vom K3< auch war. K3 - ein Kürzel, vier Männer, die für solide TV - Unterhaltung standen. Ohne Firlefanz. Geradlinig. Hamburgisch.
Doch 15 Sekunden sind schnell rum, und dann gibt es einen harten Schnitt: Plötzlich zeigt die Handkamera nachtsichtgrüne Bilder aus einem Keller. Alles wackelt, man hört das Keuchen eines Mannes. Das Zuschauergehirn rotiert, erinnert sich an eine ähnliche Szene im >Schweigen der Lämmer<. Die Spannung steigt: Willkommen bei der Neuauflage des NDR-Klassikers <k3<,>K3 - Kripo Hamburg< , erstmals ausgestrahlt an diesem Sonntagabend in der ARD.
Es folgen 90 fulminante Minuten, in denen Regisseur Friedemann Fromm das neue Ermittlerquartett um Ulrich Pleitgen als Kriminalhauptkommissar Matthias Sander dem Publikum vorstellt. Die moderne Optik mag dabei manch einen Fan der alten <K3> - Recken um den inzwischen verstorbenen Hartmut Reck so verwirren, dass er sich im falschen Film wähnt. Und tatsächlich wurde die Erfolgsreihe so gründlich umgekrempelt, als würde man dem Alm-Öhi in <heidi<>Ein bekanntes Fernsehgesicht sorgt hingegen dafür, dass der neue <k3<>Die Mittzwanziger kennen Pleitgen aus ihren Kindertagen als Kapitän zur See aus der Erfolgsserie <nicht>"Früher habe ich immer gedacht: Ich möchte Rollen spielen, die sehr viel erleben, die sehr weit oben sind und sehr tief fallen. Das haben Kommissare natürlich nicht. Die stellen schließlich immer nur die Frage: Wo waren Sie gestern um halb acht?", erzählt Pleitgen im Gespräch mit unserer Zeitung. Und fügt hinzu, dass es noch einen anderen Grund gab, keinen Kommissar zu spielen: Er habe sich nicht festlegen wollen. Vor 13 Jahren habe man ihm eine Krimi-Serie angeboten, die heute noch laufe: "Dann wäre ich von 1990 bis heute nur Kommissar gewesen", sagt Pleitgen.
Heute, mit 56 Jahren und BAMBI neben GOLDENEM BÄR im Trophäen-Schrank, sagt er: "Mich kann man nicht mehr festlegen." Außerdem berichtet der in Hannover geborene, heute aber tief in seiner Wahlheimat Hamburg verwurzelte Schauspieler von einem <plötzlichen>Tatsächlich geht im neuen <k3<>In diesem Mix aus Lügen, Liebeleien und Geheimnissen ist es vor allem Kommissar Sander,der den Überblick behält:
"Ich kann komischerweise auch im richtigen Leben sehr gut erkennen, dass jemand lügt", sagt Ulrich Pleitgen.
Auch aus einem anderen Grund hat er sich nicht sehr lange auf seine neue Rolle vorbereitet: "Wissen Sie was: Wenn Schauspieler erzählen, dass sie für eine Arztrolle 14 Tage ins Krankenhaus gehen, dann kann ich nur sagen: Naja. Ich muss mir nicht in den Kopf schießen, um zu wissen, wie man sich umbringt. Das ist Quatsch."
Quelle: OSNABRÜCKER ZEITUNG / Michael Krechting / 23. 08. 2003

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