 |
 - Ulrich Pleitgen als Abgeordneter ....
 - ... Robert Riedinger des Deutschen Bundestages.
 - Robert Riedinger (Ulrich Pleitgen) wird verhaftet wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt.
 - Elke Heidenreich und Bernd Schröder, Autoren der sechsteiligen WDR-Fernsehserie "Kein schöner Land". Foto: WDR
 - Und das ist die Familie (V.lks nach r.): Carmen Riedinger (Nicolette Richter), die gerade eine grüne Phase durchmacht; Mutter Ulla Riedinger (Veronika Nowag), die so ganz und gar nicht eine Bilderbuch-Ehefrau abgibt; Robert Riedinger (Ulrich Pleitgen), ist der Held der Geschichte: Anwalt, Abgeordneter, Ehemann, Vater. Oma (Else Quecke) wird von allen geliebt, da guckt keiner so genau hin, wenn sie aus lauter Liebe schon mal Sachen mitgehen lässt - Pfefferminzplätzchen, zum Beispiel, für Johnny, ihren Enkel (Wieland Samolak), der keine Mädchen, dafür aber die Oma liebt... Foto: WDR
 - Auch Ulla Riedinger (Veronika Nowag) sucht fieberhaft nach einem Ausweg aus dem bedrückenden Ehealltag. Foto: WDR/Kratzer
 - Ulla Riedinger (Veronika Nowag) und Yassir Hempel. Die Mutter des kleinen Yassir kämpft bei der PLO, Vater Hempel meditiert beim Bhagwan in Oregon. Bis zur Einschulung soll das Baby in der ruhigen Atmosphäre der Familie Riedinger aufwachsen. Foto: WDR
 - Oma (Else Quecke) findet, daß der ständige Streit innerhalb der Familie von Vitaminmangel kommt. Dagegen weiß sie Rat. Riedinger (Ulrich Pleitgen) und seine Frau Ulla (Veronika Nowag). Foto: WDR/Kratzer
 - Riedinger ist in Bonn. Seine Mitarbeiter Rosi (Ulrike Schlömer) und Reichwein (Thomas Witte) verfolgen hoffnungsvoll seine Karriere. Foto: WDR /Winkler
 - Zunächst fällt das neue MdB (Ulrich Pleitgen) durch unkonventionelles Verhalten auf. Das Büro im Grünen erspart die Klimaanlage. Li. Mitarbeiterin Rosi (Ulrike Schlömer). Foto: WDR / Kratzer
 - Ulla Riedinger emanzipiert sich mit einer eigenen Talk-Show. Foto: WDR
 - Das Gespräch mit der Jugend, das MDB Riedinger gesucht hat, verläuft schwieriger als gedacht: Der junge Mann hat sich in Riedingers Fau verliebt (v.l.n.r.) Lothar (Alexander Gittinger), Riedinger (Ulrich Pleitgen), Max König (Gerhard Olschewski). Foto: Winkler
 - li. Frau Brösel (Ruth Brück), re. Ulla Riedinger (Veronika Nowag). Fröhliche Gesichter sind selten im Hohen Hause. Deshalb: Mehr Frauen in das Parlament! Foto: WDR
 - Wenn Johnny (Wieland Samolak) etwas braucht, neue Kassetten zum Beispiel, geht er zur Oma (Else Quecke), die ihm hilft, indem sie die Sachen einfach klaut. Foto: WDR/Kratzer
 - Falls Riedinger (Ulrich Pleitgen) zum Bürgermeister gewählt wird, könnte Ulla (Veronika Nowag) jedes Jahr den Bademeister aussuchen, meint die hintergründige Christa (Ursula Soremba). Foto: WDR
 - "Mein Bauch gehört mir", meint Marlene (Alexandra Otto) und wehrt sich gegen eine Abmagerungskur. Carmen (Nicolette Richter) bemüht sich um einen Rechtsbeistand. Foto: WDR
 - Ein Wahlkampf kann schwierig sein, wenn man nicht genau weiß, was man will und nicht weiß, was die Wähler wollen. V.l.n.r: Ulla (Veronika Nowag), Rosi (Ulrike Schlömer), Max König (Gerhard Olschewski) und Riedinger (Ulrich Pleitgen). Foto: WDR / Kratzer.
 - Riedinger (Ulrich Pleitgen), Polizist (Herbert Meurer), Herta Miller-Niederndorf (Ingeborg Lapsien), Reichwein (Thomas Witte) - v.li.n.re. - "Eßt mehr Vitamine und Ihr bleibt gesund", fordert Carmen mit ihrem Biobus innerhalb der Bannmeile vor dem Bundeshaus. Zu recht, denn Vater Riedinger neigt zu gereizten Überreaktionen. Foto: WDR
 - Böse Zungen meinen, der Kampf um die regelmäßige Erhöhung der Diäten erfordere auch seine Opfer. Hier allerdings denkt der Abgeordnete Riedinger (Ulrich Pleitgen) über seine Ehe nach. Foto: WDR/Winkler.
 - Reichwein (Thomas Witte) klammert sich an Luftballons, weil er im Prinzip alle bescheuert findet. Foto: WDR/Kratzer
 - Gemeinsames Pilzesammeln stützt das gegenseitige Vertrauen Oma (Else Quecke) und zur Mühlen (Richard Süssenguth). Foto: WDR
 - Der Bundestag am Telefon. Carmen (Nicolette Richter) fällt von einem Traum in den anderen. Foto: WDR/Kratzer.
 - Carmen (Nicolette Richter) auf einer weiteren, höheren Entwicklungsstufe: Sie verbrennt ihre Zeugnisse, um "Gegen das Schulwissen und für Wissen des Herzens" zu demonstrieren. Foto: WDR
 - Der Bundestagsabgeordnete Robert Riedinger...
 - ...versucht die Situation zu entschärfen....
 - ...und wird am Ende...
 - ...als Querulant abgeführt.
Kein schöner Land / 1985 - Ein WDR - Sechsteiler von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder. Regie: Klaus Emmerich. In KEIN SCHÖNER LAND sorgt Turbulente Familie für Chaos. Ulrich Pleitgen und Wieland Samolek spielen Hauptrollen in WDR - Groteske (JD) Der SPD-Politiker Robert Riedinger (Ulrich Pleitgen) zieht - von einem Spielzeugfabrikanten (Gerhard Olschewski) gesponsert - in den Bundestag ein. Doch während er seinem Job als Abgeordneter nachgeht, spielt zu Hause seine Chaos-Familie verrückt. Die Hauptrollen in "Kein schöner Land" spielen der Ex-Wattenscheider Ulrich Pleitgen und der gebürtige Heilwegstädter Wieland Samolak. In Riedingers Familie geht in seiner Abwesenheit jeder seine eigenen Wege. Seine Frau will sich endlich selbst verwirklichen, Oma klaut in Kaufhäusern, Tochter Carmen und Sohn Johnny demonstrieren vor dem Bundestag: Die eine mit ihrem Bio-Bus für eine gesündere Ernährung, der andere dafür, dass auch Schwule Bundeskanzler werden dürfen. Regisseur Klaus Emmerich sah in dieser Vorlage die Möglichkeit, eine eigene Art von Humor - er nennt es einen "chaotisch anarchistischen Lachnerv" - zu entwickeln. Ulrich Pleitgen spielte lange am Bochumer Schauspielhaus unter Peymann und feierte hier große Erfolge. Inzwischen hat ihn der ehemalige Intendant des Kölner Schauspielhauses ans Hamburger Thalia-Theater geholt. Die Rolle des SPD-Abgeordneten Riedinger - "diese Figur mit allen Fehlern und allen Schwächen" - reizte ihn, weil hier "Tragik und Komik so verflixt nahe beieinander liegen." Wieland Samolak, der den schwulen Sohn Riedingers spielt, hat dagegen relativ wenig schauspielerische Erfahrung. Der gebürtige Wattenscheider spielte in seinem ersten eigenen Film "Der Sprinter", der 1984 in Zusammenarbeit mit Christoph Böll entstand, die Hauptrolle. Zur Zeit verkauft er jedoch trotz weiterer Filmpläne Synthesizer in Bonn. Quelle: WAZ /1985
WDF/WESTDEUTSCHES FERNSEHEN KEIN SCHÖNER LAND Groteskes aus Familie und Politik. Serie in sechs Teilen von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder, die Autoren. Regie: Klaus Emmerich. Redaktion: Wolf-Dietrich Brücker.
Die Geschichte der Familie Riedinger beginnt zunächst mit einer Niederlage: Als Bundestagskandidat der SPD verfehlt Vater Riedinger nur knapp ein Mandat. Schon haben sich alle Beteiligten damit abgefunden, daß Riedinger seiner Familie und der Kleinstadt als Rechtsanwalt erhalten bleibt, da kommt die überraschende Nachricht vom Tod eines gewählten Volksvertreters in Bonn und Riedinger rückt als sog. "Sargkandidat" in das Parlament nach. Die neue Rolle als Mitglied des Bundestages birgt viele, meist unangenehme Überraschungen. Aber nicht nur aus Bonn, auch von Zuhause droht Ungemach. In Riedingers Familie gehen, seit der Vater sich um Deutschland kümmert, alle ihre eigenen Wege. Ehefrau, Tochter, Sohn und Oma finden diesen Job nämlich echt ätzend und machen Riedinger das Leben schwer.
WANN ERSCHEINT DIE SCHRILLE FAMILIENSERIE "KEIN SCHÖNER LAND" ENDLICH AUF DVD?
VON DER BASIS NACH BONN UND DURCH DEN KAKAO - Zu Elke Heidenreichs WDR-Sechsteiler "Kein schöner Land": Kann Musik ironisch sein? Irmin Schmidts Stimme, ihre eigenwillige Instrumentierung schaffen es, das - Hand aufs Herz: leicht kitschige - Volkslied "Kein schöner Land" wie durch den Kakao gezogen ertönen zu lassen. Wer dazu auf den unüberhörbar bebenden Unterton in der Kommentatorenstimme von VC achtet, der müßte richtig eingestimmt sein auf das, was folgt: "Groteskes aus Politik und Familie". "Bitte vergessen Sie alles, was Sie über Familienserien gehört haben, und lassen Sie sich einfangen vom Schicksal des Robert Riedinger", hatte sie gefordert. Diese Stimme mit den zwischen Melodramatik und deren Verhohnepiepelung pendelnden Bemerkungen eröffnet und beschließt alle sechs Folgen der Serie von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder, die Klaus Emmerich inszeniert hat. Seine Regie setzte auf Tempo, bisweilen auch auf Lautstärke 8 (In den beiden ersten Folgen wird viel gebrüllt). Weil er mit sorgfältig ausgesuchten, überzeugenden Schauspielern gearbeitet hat, die Dialoge witzig und treffend sind, steht dem Zuschauer ungetrübtes Vergnügen bevor. Bei der Pressevorführung wischte sich nicht nur der Feuerwehrmann immer wieder die Lachtränen aus den Augen. Die Geschichte - die WDR-Fernsehspielredakteur Wolf-Dietrich Brücker und das Gespann Heidenreich / Schroeder schon 1981 zu planen begannen - beschreibt das (von einem dicken Geschenkefabrikanten gesponserte) Werden und Wachsen eines braven SPD-Politikers vom Unterbezirk in den Bundestag und, nach gänzlich unbeachteter Jungfernrede samt ebensolcher Hinterbänklerzeit, wieder zurück in die Provinz, aber als Bürgermeister. Der Theaterschauspieler Ulrich Pleitgen führt ihn als sympathisches Stehaufmännlein vor: Das "jugendlich-soziale Design", das ihm sein Manager verpasst, verdeckt etwas mühsam die ehrliche Haut des Durchschnitts-Genossen, das Lächeln schwankt zwischen Routine und Redlichkeit, und nur sein leicht verqueres Herzensanliegen, die Sondernutzung von Schulräumen für Pilzberatung in den Herbstferien, verrät, dass er nicht mit der Elle der Realität gemessen werden darf, sondern in die Sparte Groteske gehört. Das zu erkennen, fällt dem Zuschauer bei den übrigen Mitgliedern der Politikerfamilie Riedinger weitaus leichter: die sind kräftig überzeichnet : die Oma klaut Kaufhäuser leer (Elke Quecke als quietschvergnügte "unwürdige Greisin"), die halbwüchsige Tochter (munter, präzise: Nicolette Richter, eine talentierte Kölner Abiturientin) wechselt alle Nase lang die Überzeugungen (ebenso die Freunde), von "Friedensfreundin" bis "Kämpferin für unterdrückte Töchter", und redet in jungdeutschem Kürzel-Slang, der Sohn ist schwul (Wieland Samolak spielt seinen schwierigen Part wie die selbstverständlichste Sache der Welt), und die Mutter tobt gegen alle Politikergattinnen-Klischees an (Veronika Nowag, leicht sächselnd und überaus vital). Regisseur Emmerich schreckt bisweilen nicht vor deftigem Klamauk zurück: der zunächst durchgefallene Abgeordnete hockt in der Badewanne, als sein Manager (Gerhard Olschewski, ein Rabauke von Drahtzieher) ihm die Nachricht vom Nachrücken überbringt. Er klettert dazu auf den Klodeckel, und der halbnackte Freund der Tochter platzt auch noch herein. Manches ist dem Leben abgeguckt: so die Ankunft des MdB-Neulings vor den Bundeshauspförtnern - unnachahmlich rheinisch, ein stilles Vergnügen. Manches stimmt nicht: Der SPD-Abgeordnete lebt in Nordrhein-Westfalen; wenn er freitags im Intercity heimfährt, kann er kaum einen nach Bayern zurückkehrenden CSU-ler im Zug treffen. Wen die Frage nach dem Anliegen umtreibt - sie kann nur lauten: "Nehmt die Bonner Politiker nicht ernster als die sich". Quelle: RHEINISCHE POST / Brigitte Söhngen / 1985
|
 |
|
 |
 |