GEDANKEN - ZWEITER TEIL

BERNARD SHAW/ Zeichnung: H. E. Köhler

Sparsamkeit ist die Art Geld auszugeben, ohne das geringste Vergnügen dabei zu haben.
(Bernard Shaw)
Ï

Geiz und Glück werden sich niemals kennenlernen.
Benjamin Franklin (1706-1790).
(US-Politiker und Erfinder)

Alles gehört dem auf der Welt,
der es zu genießen weiß.

(Andre Gide)

Aber hat der Mensch
überhaupt je genug Geld,
wenn er glaubt,
er kann
noch mehr kriegen?

(Raymond Chandler)

Jeder gelehrte Mensch trägt den Reichtum stets bei sich.
(Phedrus)

Ich fordere meine Leser auf,
das Detail zu liebkosen.
Die Summe der Details
ist die Geschichte,
nicht der große Bogen.
Den großen Bogen muss es
auch geben, natürlich,
und >stimmige Details<.

(Vladimir Nabokov)

Das Herz wird immer
den Verstand regieren.

Mit Träumen
beginnt die Realität.

(Goudevaert)

Man weiß in Wirklichkeit nur soviel,
wie man erlebt hat.

(M Herbert)

Ein im Zorn geschriebener Brief
gibt dem Feind nur
eine Waffe in die Hand.

(Ian Mc Ewan)

Nichts vermindert die eigene
Kraft mehr
als ein schwacher Gegner.

Machen Sie sich nicht so klein.
So groß sind Sie doch gar nicht.

(Karl Kraus)

Von Ann-Monika an Daniela:
Schreibe Kränkungen in den Staub,
Wohltaten in Marmor.

(Benjamin Franklin)

Aufrichtig zu sein kann ich versprechen,
unparteiisch zu sein aber nicht.

(Goethe)

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

(Heinrich Heine)

Wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll,
dann sind es die Erschütterungen,
die wir in der Jugend empfangen.

(Theodor Storm)

Die Geschichte ist die beste Lehrmeisterin
mit den unaufmerksamsten Schülern.

(Indira Gandhi)

Welchen Leser ich mir wünsche?
Den unbefangensten, der sich,
mich und die Welt vergisst.

(Goethe)

Grey skies are just clouds passing over.
Helmy und Harald

Alles kommt zu dem, der warten kann.
(Chinesisches Sprichwort)

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne.
(Hermann Hesse)

Das Glück kommt zu dem, der warten kann.
(Japanisches Sprichwort)

Neid, du großes Übel, das ist das Gute
noch an dir,
dass du mit eigenem Pfeil selber das
Herz dir durchbohrst.
(Friedrich Hölderlin)

Charme ist das, was manche Leute haben,
bis sie beginnen, sich darauf zu verlassen.

(Simone de Beauvoir)

Mitleid bekommt man geschenkt.
Neid muss man sich verdienen.

(Robert Lembke)

Es ist schlimm, erst dann zu merken, dass man
keine Freunde hat, wenn man wirklich Freunde nötig hat.

(Plutarch)

Ach, hören Sie auf! Die Spieler gehen nicht in die Oper. Sie wohnen in der Stadt Mozarts, der ja wirklich kein schlechter Komponist war. Aber sie kennen keine Sinfonie von ihm. Die jungen Spieler haben gar keine Geduld mehr für eine Sinfonie, die eine Stunde dauert, die man mehrmals hören muss, um sie zu verstehen. Dabei würde ihnen die Konzentration manchmal guttun. Es ist doch so: Wer Mozart hört, kann auch besser Fußball spielen. Man lernt viel über Spannungen, Tempo, Rhythmus, den Aufbau und die Strukturen. Man lernt die Logik, ein Spiel zu lesen.
(Giovanni Trapattoni, Fußball-Trainer, der gerade sein Engagement bei Red Bull Salzburg beendet hat, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Es kommt auf den Blickwinkel an.
Wer den Himmel im Fluss betrachtet, kann die Fische in den Bäumen schwimmen sehen.

(Feng-Shui)

Ich mag das Abnormale
nicht.
Das Normale
ist
auf eine viel
einfachere Art
kompliziert
und
interessant.
(Gertrude Stein)

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
(Erich Kästner)

Bücher sind beleidigt, wenn man sie verleiht.
Deshalb kehren verleihte Bücher nicht mehr zurück.

(Oskar Kokoschka)

Wenn man nur weiß, wie wenig man weiß,
kann es noch gut kommen.

(Robert Walser)

Geduld ist bitter, aber sie trägt süße Früchte.
(Jean-Jaques Rousseau)

Misstrauen ist der Abgrund, in den man seine
Freunde stürzt, nicht seine Feinde.

(Kurt Tackmann)

Wer mit täppischer Hand nach einer Rose greift, darf
sich nicht beklagen, dass ihn die Dornen verletzen.
(Heinrich Heine)

Was ist wichtiger im Leben?
Richtig leben oder so tun als ob?

(Paulo Coelho)

Ein Auszug aus:DER 35. MAI von Erich Kästner Aus einem der Gärten hörten sie Streit, konnten aber niemanden entdecken. Deshalb traten sie näher und guckten über den Zaun. Da lagen zwei ernste, mit Rüstungen versehene Herren im Gras und spielten mit Zinnsoldaten."Das könnte Ihnen so passen, mein lieber Hannibal!" , rief der eine. "Nein, nein! Der Rosenstrauch ist, wie Sie endlich anerkennen sollten, von meinen Landsknechten einwandfrei erstürmt worden.""Lieber Herr Wallenstein,sagte der andere, vor Ärger blass, ich denke ja gar nicht dran! Ich werde ganz einfach mit meiner Reiterei Ihren linken Flügel umgehen und Ihnen in den Rücken fallen!""Versuchen Sie´s nur!" Wallenstein, Herzog von Friedland, lächelte höhnisch. "Die Attacke wird Ihrer Kavallerie nicht gut bekommen. Ich ziehe die Reserven, die dort neben dem Resedabeet stehen, nach links und beschieße sie aus der Flanke!"Nun hoben und schoben sie ihre bunt bemalten Zinnsoldaten hin und her. Der Kampf um den Rosenstrauch war in vollem Gange. Hannibal führte seine Reiterei in den Rücken der Kaiserlichen und bedrängte sie arg. Aber Wallenstein bombardierte die Reiterregimenter aus einer niedlichen Kanone mit Erbsen, und da fielen die Reiter scharenweise um.Hannibal war wütend. Er holte aus einer Schachtel. die neben ihm stand, neue Reserven hervor und verstärkte die durch Verluste gefährdete Vorhut.Doch Wallenstein knallte eine Erbse nach der anderen gegen die afrikanischen Truppen. Hannibals Soldaten starben en gros, sogar die gefürchteten Elefantenreiter sanken ins Gras, und die Schlacht um den Rosenstrauch war so gut wie entschieden."He, Sie!", brüllte Konrad über den Zaun. "Verlegen Sie doch gefälligst Ihre Front nach rückwärts! Greifen Sie später wieder an! Durchstoßen Sie dann die feindliche Mitte, denn die ist besonders schwach."Hannibal und Wallenstein unterbrachen den Kampf vorübergehend und blickten zu den Zaungästen hinüber. Der karthagische Feldherr schüttelte das kühne Haupt und sprach gemessen: "Ich gehe nicht zurück. Ich weiche nicht. Und wenn es mich die letzten Soldaten kosten sollte. "Na, hören sie mal!" entgegnete Konrad. "Dafür ist ihre Armee doch zu schade! Jetzt mischte sich Wallenstein ein. Du bist ein dummer Junge, erklärte er.Es kommt nicht darauf an, wie viel Soldaten fallen, sondern darauf, dass man Reserve hat. "Ihr seid mir ja zwei Herzchen!", sagte Ringelhuth den Feldherren.Euch und Euresgleichen sollte überhaupt nur mit Zinnsoldaten Krieg führen lassen! "Scheren Sie sich zum Kuckuck!", rief Hannibal aufgebracht. "Wer keinen Ehrgeiz hat, kann hier gar nicht mitreden! Was sind Sie denn von Beruf?" Apotheker, sagte der Onkel."Da haben wir´s", meinte Hannibal und lachte geringschätzig. "Natürlich ein Sanitäter!" Dann wandte er sich wieder Wallenstein zu. "Herzog", erklärte er, "die Schlacht geht weiter." Und sie fuhren fort, den Rosenstrauch heiß zu umkämpfen. "Bis aufs Messer!" knirschte Hannibal."Ergeben Sie sich!" rief Wallenstein. Er hatte mittlerweile die feindlichen Truppen umzingelt und kartätschte sie mit Hilfe von Erbsen in Grund und Boden."Erst wenn mein letzter Soldat tot im Gras liegt, früher nicht!", schwor Hannibal. Aber da musste er niesen. Er blickte besorgt hoch und meinte: "Na schön, hören wir auf. Das Gras ist noch zu feucht. Ich möchte mich nicht erkälten. Wann geben Sie mir Gelegenheit zum Revanchekrieg?" Sobald Ihr Schnupfen vorüber ist, lieber Freund, sagte Wallenstein. "Mit Erkältungen ist nicht zu spaßen."Die Feldherren erhoben sich aus dem Gras, vertraten sich ächzend die steifen Beine, ließen ihre erschossenen Truppen am Rosenstrauch liegen und stelzten der Villa zu. "Ein Jahr vor meiner Ermordung in Eger", berichtete Wallenstein, "hatte ich einen abscheulichen Schnupfen. Lieber will ich drei Schlachten verlieren als noch einmal so niesen wie damals." Damit verschwanden sie im Haus.(Atrium Verlag, Zürich 1935)

Ich hatte kein Verhältnis mit ihr,
sondern ein Verhängnis.
(Karl Kraus im Jahr 1906
an Frank Wedekind)
 
Der Augenblick ist zeitlos.
(Leonardo da Vinci)

Lernen ist wie rudern gegen den Strom.
Wenn man damit aufhört, treibt man zurück.

(Benjamin Britten)

Die Neugier ist die Fresssucht der Sinne.

Ich lache Tränen, heule Heiterkeit.
(Wolfgang Neuss)

Lesen gefährdet die Dummheit.
(Anonym)




Ein Schriftsteller ist ein Mensch,
dem das Schreiben
schwerer fällt
als allen anderen Leuten.
(Thomas Mann)

Erst wenn
der letzte Baum gerodet
der letzte Fluss vergiftet
der letzte Fisch gefangen
werdet Ihr feststellen
dass man Geld
nicht essen kann!

(Weissagung der Cree)

HERBST
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
 
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
 
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
 
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)
 
Das schwere Leben ist am leichtesten zu ertragen,
wenn man sich schwere Aufgaben stellt.

(Peter Rosegger)
 
Menschen sind wie Autos:
Man sollte immer Sicher-
heitsabstand einhalten.

(Martin Held -1908-1992-
 dt. Schauspieler)
 
Welchen Leser ich wünsche?
Den unbefangensten, der sich,
mich und die Welt vergisst.

(Goethe)
 
Seine Macht benutzen,
um die Menschen zu befreien,
statt sie zu knechten.

(Anonym)
 
Wo Recht zu Unrecht wird,
wird Widerstand zur Pflicht.

(Anonym)
 
Ein großer Mann zeigt seine Größe
durch die Art, wie er
kleine Leute behandelt.

(THomas Carlyle)
 
Liebe und Hass
sind Zwillinge.
Nicht Gegner.

(Anonym)
 
Tradition ist die Weitergabe
des Feuers,
nicht die Anbetung
der Asche.

(Gustav Mahler)
 
Je mehr manch einer besitzt,
umso mehr wird er besessen.
Er ist besessen von Geld.

(Anonym)
 
Orden sind mir wurscht;
aber haben will ich sie.

(Johannes Brahms)
 
Im Rahmen meiner
melancholischen
Möglichkeiten
bin ich glücklich.

(Heinz Rudolph Kunze)
 
Neugierde ist
der Anfang
jeder Bewegung.

(Anonym)
 
Der Reichtum im Kopf
ist der einzige Reichtum,
der froh und leicht
und glücklich macht.
Bis an mein Lebensende
werde ich eine
neugierig Lernende bleiben.
(A.M.P)
 
Jeder Stoff ist nur das wert,
was wir aus ihm machen.

(Ludwig Mies van der Rohe)
 
Die Gleichgültigkeit
so vieler Menschen
beruht auf ihrem Mangel an
Fantasie.

(Kurt Tucholsky)
 
Fantasie ist wichtiger als Wissen.
(Albert Einstein)
 
Man sieht nur,
was man weiß.

(Goethe)
 
IN MEINEM WILDEN HERZEN
Wunderliches Wort:
d i e  Z e i t  v e r t r e i b e n.
Sie zu h a l t e n
wäre das Problem;
denn, wen ängstigt´s
nicht; wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein
in alledem?

Berge ruhn,
von Sternen überprächtigt;
aber auch in ihnen
flimmert Zeit.
Ach, in meinem
wilden Herzen nächtigt
obdachlos die
Unvergänglichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

Ich glaube an eine globale Gerechtigkeit. Glaube daran, daß alles im Leben zu einem zurückkommt, egal, ob man gut oder schlecht gehandelt hat. Die Rechnung kriegt man immer. Ich glaube an die Kraft der Träume und der Phantasie.
(Unbekannt)

Wenn mich jemand fragen würde,
wie soll man denn leben?,
dann würde ich sagen:
Für alles Neue offen bleiben, auch für neue Menschen.
Aufeinander zugehen. 
Den Blick für die Schönheit des Einfachen behalten.
Und alles nicht so tierisch ernst nehmen.
Wenn Sie geliebt werden wollen,
dann müssen Sie zuerst die Menschen lieben
mit all ihrenSchwächen.
So einfach und so schwer ist das.
(Heidi Kabel / 1914 - 2010)



 BERNARD SHAW
 Zeichnung: H. E. Köhler