Günter Eich - Pappeln

Pappeln, belaubte Phallen
am Weg Napoleons.
Gloire im Blätterschatten,
im Winde das Umsonst.
Die Pappelstraßen ziehen
geheim nach Helena;
den Rausch wie einst zu fühlen,
blieb ihre Zeugung da.
 
Verweht das Blätterschauern,
der Ruhm des Vogellieds, -
was war, will nimmer dauern
und immerdar geschiehts.
Günter Eich

WER KÖNNTE LEBEN OHNE DEN TROST DER BÄUME
Günter Eich

Ein Baum ist eine
unerschöpfliche Quelle
wunderbarer Erkenntnisse.
Yehudi Menuhin (1916-1999)
 
Wäre das Klima eine Bank, wäre es längst gerettet worden.
(Mojib Latif)

Welkes Blatt
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
 
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
 
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
(Hermann Hesse)


Hohe Pappeln säumen die Erft.



Fotos: Wolfgang Koepchen / 1952 Gustorf - Grevenbroich
Foto: Claude Monet, Pappeln
Die "Nassen Wiesen und Bäume im Winter" seiner norddeutschen Heimat gerieten Will Oltmanns zu einer satten Farbmalerei.
DIE TANTE GEHT SPAZIEREN. Bleistiftzeichnung von Walter Ortlieb /August 1917
Walter Ortlieb / 1918.
Foto: Hans Koepchen/1930er-Jahre
 

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