Edgar Allan Poe - Die Grube und das Pendel

Edgar Allan Poes Grusel-Klassiker sind wie geschaffen, um Hörspiele daraus zu machen. In einer eigenen Reihe des Lübbe-Verlags liegen schon Die Grube & das Pendel, Der Untergang des Hauses Usher,Die schwarze Katze und Die Maske des Roten Todes vor. Geschickt: Die einzelnen Geschichten sind in eine Rahmenhandlung eingebettet, die sich durch alle CDs zieht. Ulrich Pleitgen überzeugt in der Hauptrolle, die Atmosphäre ist düster-beklemmend, die Umsetzung fesselnd - Gänsehautgarantie!
Quelle: Kabel 1 Videotext 28,o2. 2oo4

DIE GRUBE UND DAS PENDEL- Edgar Allan Poe
 
Edgar Allan Poe verfasste gleich mehrere unangefochtene Klassiker der Grusel-Literatur:
"Der Untergang des Hauses Usher", "Die schwarze Katze" und "Das verräterische Herz" sind nur einige der Gänsehaut-Giganten aus seiner Feder. Kein Wunder, dass viele Geschichten verfilmt wurden, doch auch Hörspiel-Fassungen der Poe-Romane und Erzählungen sind seit eh und je beliebt. Ob es jedoch bereits so atmosphärisch dichte und wirklich unheimliche Versionen gab, wie die nun neu bei Lübbe Audio erschienenen, darf bezweifelt werden.
In "Die Grube und das Pendel" ist es Ulrich Pleitgen, der als Ich-Erzähler der verwirrten, verlorenen Hauptfigur auf eindrucksvolle Weise Leben einhaucht. Die Nebenfiguren sind ebenfalls hervorragend besetzt und schaffen zusammen mit der einmaligen Geräusch-Ausstattung eine Atmosphäre, die den Hörer auf dem Sofa (oder wo auch immer) ordentlich das Gruseln lehrt. Dieses Ansinnen wird von allerlei schaurigen Details wie einem blutspendenden Brunnen, verschwundenen Mönchen und rasiermesserscharfen Pendeln unterstützt. Doch erst das "Hörbar machen" auch der inneren Dämonen des gepeinigten Helden, sorgt für den ganz großen Nervenkitzel.
Lübbe Audio CD, 7,95 €
Quelle: BREMER BLATT VERLAGS GmbH

GRUSELSPASS MIT POE
Edgar Allan Poe: "Die Grube und das Pendel" und "Der Untergang des Hauses Usher".

 
Genau rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit ist eine Edgar-Allan-Poe-Edition erschienen. Hier wird er als Dichter der Gothic Tales gefeiert. Aber er war viel mehr als ein Meister der Schauergeschichten: Den einen gilt er als Erfinder des raffinierten Thrillers, den anderen als Intellektueller, den Dritten als Meister des abgründigen Traums. Mit Sicherheit war er ein romantischer Dämon, der seinen Zeitgenossen das Gruseln beibrachte. "Die Grube und das Pendel" und "Der Untergang des Hauses Usher" zählen zu seinen berühmtesten Geschichten. Die CDs adaptieren seine Erzählungen zu Hörspielen, denen es auf atmosphärische Dichte ankommt. Nur schade, dass man Heinz Rudolf Kunze einige Gedichte singen lässt. Das wirkt unfreiwillig komisch und verdirbt ein wenig den Gruselspass.
Quelle: RHEINISCHER MERKUR / L.S

EDGAR ALLAN POE - DIE HÖRSPIELSERIE

Edgar Allan Poes phantastisch-subtile Schauergeschichten sind von zeitloser Anziehungskraft. George Orwell beschrieb sie einmal als Werke, die von einem Verrückten verfasst sein könnten. Dieser Gedanke könnte fast leitmotivisch über den neu inszenierten Hörspielen in der Kooperation von Lübbe Audio und dem Ton- und Produktionsstudio "Stil" stehen.
 
Denn die akustischen Neubearbeitungen der Poe-Erzählungen führen die 25 Geschichten durch einen Kunstgriff zusammen. Der im Originaltext meist namenlose Ich-Erzähler wird zur Figur des Autors selbst. Freilich wählt sich der Erzähler den Namen "Edgar Allan Poe" aus einer Verlegenheit heraus, denn nach der Einlieferung in eine psychiatrische Anstalt kann er sich weder an seine Vorgeschichte noch an seine eigene Identität erinnern. Sein Arzt, Dr. Templeton, rät ihm, auf Reisen zu gehen, um sein verlorenes Ich aufzuspüren. Schwere schwarze Träume lassen ihn währenddessen in immer neue Rollen dieser Geschichten schlüpfen.
 
Das ist der erzählerische Rahmen der Hörspiele, die mit hohem künstlerischen Aufwand in Szene gesetzt worden sind. Mit Orchester und Streichquartett, mit Gamben und sogar einer singenden Säge wird eine düster-graue Atmosphäre erzeugt, die sich bleiern über den Geschehnissen ausbreitet. Und egal, ob sich der Erzähler in bierdunstigen Spelunken wiederfindet, in feuchten Gemäuern eines alten Schlosses aufhält oder auf freiem Feld herumirrt - knarrende Dielen, knackende Holzscheite im Kamin, tickende Wanduhren oder in der Ferne krächzende Raben schaffen Raumillusionen von einer packenden Plastizität, die den Hörer weit weg und mitten in die Geschichte hinein führen.
 
Poes Erzählungen sind wie Besuche in den Abgründen der menschlichen Seele, dort wo die irrationalen Ängste lauern, die verborgenen Zweifel an der äußeren Wirklichkeit sitzen. Ihre Stärke liegt dabei in einem Widerspruch, denn so aufwühlend die Begebenheiten z. B. im Hause Usher sind, so bedrängend die Pein ist, die beispielsweise die schwarze Katze verursacht, so konzentriert und sezierend ist doch der Blick, mit dem sie beobachtet und berichtet werden. Die Regie meistert die Herausforderung  des Poe´schen  Erzählstils mit einer Dramaturgie des langsamen Tempos. Jede Gemütsbewegung wird fein säuberlich heraus gearbeitet, jeder Stimmungswechsel klug vorbereitet. Einen großen Anteil an der feinsinnigen Produktion haben aber auch die Sprecher, allen voran Ulrich Pleitgen als Edgar Allan Poe. Pleitgen illustriert den verunsicherten, teilweise verzagten, dann aber auch wieder aufbrausenden Erzähler mit belegter Stimme, die im Unterton stets von einem leichten Zittern geprägt, auch in den lauten Momenten immer wieder von Nervosität gepackt ist. Seine Intonation allein vermag den Hörer augenblicklich in Spannung zu versetzen, im Zusammenspiel mit den anderen kunstvoll gewebten Elementen werden aus den Erzählungen Hör-Ereignisse, die in ihrer Wirkung so stark sind wie ein Film.
 
Abgerundet wird die Serie durch den eigens dafür komponierten Titelsong "Der Weiße Rabe", interpretiert von Rock-Poet Heinz Rudolf Kunze und das tiefgründige und aufwändige Cover-Artwork mit Bildern des britischen Schauer-Fotografen Simon Marsden.
 
News-Magazin
Buecher: EDGAR ALLAN POE - DIE HÖRSPIELSERIE
Mehr Infos: http:// www.luebbe.de
(Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co)

 

Berliner Zeitung - Das Erbe von Edgar Allan Poe

Wer ist er? Wo kommt er her? Was ist geschehen? Der Patient hat schwere Kopfverletzungen, schwache Nerven und sein Gedächtnis verloren. Aber nicht seinen Instinkt. Der Arzt, der ihn behandelt, weckt sein tiefstes Misstrauen. Dr. Templeton ist genauso unheimlich wie der Ort, an dem sich der Unbekannte befindet. Schützen ihn die Mauern eines Klosters? Oder ist er ein Gefangener in einem Irrenasyl? Sicher gibt es für alles eine Erklärung. Aber welche?

Wenn er Vollmond, Mitternacht und die kirchliche Gerichtsbarkeit übersteht, wird er irgendwann erkennen, dass er Edgar Allan Poe ist. Gerade feierten wir seinen 200. Geburtstag, doch noch immer ruft er um "Hilfe", sucht er seine Identität - plagen ihn viele Albträume.

"Die Grube und das Pendel" ist der Auftakt der Edgar Allan Poe-Hörbuchreihe, mit der Lübbe Audio etwas Einzigartiges geschaffen hat: Sein Erbe würdig fortzuführen.

Jenes erste Hörspiel erschien 2003 - aufwändig produziert, mit Liebe zum Detail. Tatsächlich blieb dieser hohe Anspruch auch den folgenden Alben erhalten: Die mystische Coverästhetik von Simon Marsden, die sorgfältige Musikauswahl des Filmorchesters Berlin, die universellen Geräusche und makellosen Soundeffekte - all das ist bestes Handwerk, das der Faszination von Edgar Allan Poe todsicher gerecht wird. Und in allen Folgen leistet auch der Schauspieler Ulrich Pleitgen wahre Kunststücke: Wie er der Verzweiflung hemmungslos Laut gibt; wie er seelenwund die Ängste ausweidet; wie er einen in den düsteren Bann zieht - das würde sogar den leibhaftigen Meister überraschen. Stets spürt man die Kraft, die es Poe kostet, nicht den Verstand zu verlieren.

So scheint in Folge 8 zwar die Flucht vor dem frankensteinischen Arzt gelungen, doch gerät Poe in eine neue, missliche Lage: feuchte Kälte auf engem Raum, blutende Finger vom Kratzen an der Wand. Die Geschichte "Lebendig begraben" gewährt ihm nur einen einzigen Lichtblick - Leonie Goron (Iris Berben).

Von da an bleibt Leonie unbeirrt an seiner Seite. Nun erleben beide alle Seltsamkeiten gemeinsam (in intensiven Dialogen, denen nicht anzumerken ist, dass sich Ulrich Pleitgen und Iris Berben nie im Studio begegneten). Zuverlässig hält sich die schauerliche Atmosphäre bis zur jüngsten Folge: "Morella". In dieser 33. Erzählung findet Poe endlich das Haus seiner Familie. Aber noch immer keine Erklärung.

Die Spurensuche bleibt eine permanente Reise zu sich selbst. Der Weg ist das Ziel - in diesem Muster verfasst der Autor Moritz Wulf Lange (alias: Melchior Hala) seine Gothic-Dramen frei nach Poe. So begabt, so erfolgreich, dass die Reihe nicht, wie geplant, mit Folge 25 abgeschlossen werden konnte. Zu viele Seelen waren da schon süchtig nach dem Schrecken. Sehnlichst erwarten sie für August die Folgen 34-37. Ein Ende ist nicht absehbar.

Gut, denn das wäre für die euphorischen Fans düsterer als der finsterste Albtraum von Edgar Allan Poe.
Quelle: Abini Zöllner / Berliner Zeitung vom 26.02.2009

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