Edgar Allan Poe - Der Untergang des Hauses Usher

Verlust der Identität, Suche nach dem Ich und gespensterhafte Konfrontation mit der eigenen schaurigen Vergangenheit, in Träumen oder in der Realität... Das Ganze atmosphärisch dicht zu spannender Unterhaltung verarbeitet - keine Frage der Klassiker von Edgar Allan Poe wurde in der Hörspielreihe von Lübbe Audio auf beeindruckende Art neu "interpretiert". Die Hörspiele nach Poe, mit Ulrich Pleitgen in der Hauptrolle, haben wenig mit dem Original gemein, dennoch bleibt die Adaption dem Wesen der Vorlage verpflichtet: Hier wie dort werden Bilder aus unerforschten Bewusstseinszonen evoziert, wird mit Furchtkomplexen jongliert, wird mit Angst und Vorahnung gespielt. Die Inszenierungen sind filmähnlich mit sehr realistischen Geräuschen, Highlight der Produktionen: der Titelsong "Der weiße Rabe", den der Rock- Poet Heinz Rudolf Kunze exklusiv für diese Edition geschrieben hat!

Den Rahmen der Hörspiel - Serie bildet die Geschichte des Protagonisten, des an Amnesie leidenden Edgar Allan Poe. (Den Namen gab er sich in Ermangelung eines anderen; er ist ihm zuerst eingefallen.) Auf der Suche nach seiner Vergangenheit, seiner Identität findet er sich in den fantastischen Grauen erregenden Geschichten des berühmten Schriftstellers Poe wieder. Er lernt beängstigende Seiten seines Bewusstseins kennen und wünscht sich nicht selten, lieber ohne Vergangenheit zu sein.

In "Der Untergang des Hauses Usher" erlebt er in seinen Träumen Poes Geschichte vom Untergang des Hauses Usher noch einmal. Allein die Art, wie er eingeladen wird, die mysteriöse Wirkung des Sees...es geschehen beunruhigende, seltsame Dinge. Hat ihn sein Jugendfreund wirklich eingeladen? Es scheint, als würde der sich nicht an den Brief erinnern! Es gibt nur einen Diener im Haus. Und die Gäste, die eingeladen werden sollten, kommen nicht; der verunglückte Schmied, zu dem er ins Dorf aufgebrochen ist, ist gar nicht verunglückt.

Das Grauenhafte, die langsam fortschreitende verheerende Entwicklung wird durch die Musik von Heinz Rudolf Kunze stilsicher untermalt. Selbst für Kenner des Originals dürfte die durchgehende Spannung spürbar bleiben. Ein Grund ist mit Sicherheit die Vermengung der beiden Ebenen: die Inhalte der bekannten Geschichte und die Reise des Gedächtnislosen in sein Unterbewusstsein mit seinen verborgenen Ängsten und Schuldkomplexen. Dass der Protagonist etwas Schrecklichem ausgeliefert hat, ist klar. Doch was ist das? Welche Rolle spielt beispielsweise der Arzt, der ihm rät, hier zu bleiben?

Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) prägte mit seinen Texten Horror, Fantasy und die Detektivgeschichte. Die Novelle "Der Untergang des Hauses Usher" erschien 1839 und zählt zu seinen bekanntesten Werken. Poe war ein erstklassiger Analytiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen psychologischen Scharfblick und großer poetischer Begabung. Das Leben des literarischen Erfinders des Schreckens war jedoch unstet und gekennzeichnet durch Schicksalsschläge, Armut und Krankheit. Mit zwei Jahren wurde er adoptiert, seine Schulzeit verbrachte er im Heim, von der Militärakademie wurde er unehrenhaft entlassen. Seine Arbeit als Journalist war schwierig. Der berühmteste Vertreter der amerikanischen Romantik, der in die unbekannten Tiefen der menschlichen Seele Einblick nahm, der Verfasser eines der berühmtesten amerikanischen Gedichte mit dem Titel "Der Rabe" (1845) starb einsam, in finanzieller und gesundheitlicher Not, nachdem zwei Jahre zuvor seine Frau Virginia gestorben war.

Hörspiel, Spieldauer: ca. 61 Minuten, 1 CD. Mit Musik von Heinz Rudolf Kunze. Auch als MC erhältlich - Culture Text
Quelle: www.amazon.de

Edgar Allan Poe - DER UNTERGANG DES HAUSES USHER
 
Im Herbst des Jahres 1845 reist Philipp Belfield nach Baltimore. Dort möchte er seinen besten Freund aus Kindertagen, Roderick Usher, wiedersehen. Philipp hat einen Brief von Roderick erhalten, in dem dieser dringend um Philipps Besuch bittet, da es ihm sehr schlecht geht und er Philipps Beistand braucht.
 
Ohne zu zögern, macht sich Philipp auf den Weg, um den Stammsitz der Familie Usher im Sumpfland von Baltimore zu erreichen.
Dort angekommen, erinnert nichts mehr an die glückliche Kindheit, die Philipp und Roderick in dem großen Anwesen verbracht haben. Alles wirkt sehr dunkel und deprimierend öde. Und auch die letzten Menschen, die in dem Schloss leben, erscheinen irgendwie merkwürdig.
 
Nach der anfänglichen Wiedersehensfreude muss Philipp bald feststellen, dass sein Freund Roderick tatsächlich sehr krank ist. - und zwar auf eine Weise, die Philipp nicht erwartet hat ...
 
Dieser düstere Klassiker von Edgar Allan Poe gruselt immer wieder aufs Neue. Dank der stimmigen Hintergrundgeräusche und der tollen Leistung der Sprecher, ist die Gänsehautstimmung garantiert.
 
Quelle: Nadine Jerke
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Ganz Ohr - NACHTMAHR
 
Seinen Alpträumen kann niemand entrinnen. Sie holen den Flüchtenden stets ein, so wie es Edgar Allan Poe in der meisterhaften Ghost Story "Der Untergang des Hauses Usher" beschwört. Die düstere Atmosphäre, die Eiseskälte und die Trostlosigkeit, die den Erzähler beim Anblick des Hauses Usher überkommt, transportiert die Hörspiel-Adaption mit Ulrich Pleitgen auf ganz eigene Weise. Zum Einschlafen jedenfalls eignet sich diese CD nicht, dazu ist sie zu nah dran an jenem Nachtmahr, das uns bis in unsere Träume heimsucht: Wenn der Jugendfreund zum Mörder wird, welche Gewissheit gibt es denn dann noch im Leben?
Lübbe Audio, 1CD, 7,95 €
Quelle: AUGSBURGER ALLGEMEINE

Grusel-Klassiker - DER UNTERGANG DES HAUSES USHER
 
Ein Mann ohne Namen und Identität wird aus der Irrenanstalt entlassen. Diagnose: unheilbarer Gedächtnisverlust. Auf der Flucht vor seinen Albträumen nimmt er die Einladung seines Jugendfreundes Usher an, der einsam mit seiner Schwester auf einem Landsitz lebt.
Aber dann geschehen seltsame Dinge. Warum ist sein Bekannter so überrascht, ihn zu sehen? Warum ist kaum Personal im Haus? Ulrich Pleitgen spricht den atmosphärischen Klassiker von Edgar Allan Poe. Subtil und fesselnd, so dass sich das Herz vor Spannung zusammenzieht.
(Lübbe Audio, 1CD, 7,95 €)
Quelle: BILDWOCHE / 2004

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