DIE FÜNFTE FRAU - ein Wallander-Hörspiel

Erster Eindruck: Drei Morde für Wallander

Selbst Kommissar Kurt Wallander ist nicht unberührt, als er einen Hobbyornithologen grausamst ermordet auffindet. Sofort beginnt er, das Leben des Mannes zu erforschen und entdeckt erste Anhaltspunkte. Doch das war nicht die einzige Leiche... Ï

Schwedens momentan erfolgreichster Export-Autor Henning Mankell hat mit seinen Büchern Kommissar Wallander längst Kultstatus erreicht. Das sieht auch der Hörverlag so und veröffentlicht seine Romane. die vom WDR produziert wurden. Der sechste Wallander-Krimi "Die fünfte Frau" stammt zwar schon aus den Jahr 1999, hat aber auch heute nichts von seiner Faszination verloren. Die brutalen Morde, die Wallander in der Geschichte beschäftigen, sind auch für den Hörer schockierend umgesetzt und bilden einen äußerst gelungenen Start in die Handlung. Und danach offenbart sich die ganze Stärke der Mankell-Romane: Eine drückende Stimmung, die sehr gut in Szene gesetzt wurde. Hochspannung, die einen nicht mehr loslässt. Und genau beschriebene Charaktere, glaubhaft, ernstzunehmen und einzigartig. Die Umsetzung von Hans Gerd Krogmann ist dabei ebenso hervorragend, düster und temporeich, und glücklicherweise nicht nur auf Schockmomente fixiert, stellt er auch die Charaktere in den Vordergrund und lässt uns an ihrer Gefühlswelt teilhaben. Ein sehr starker Wallander-Roman in einer ebenso packenden wie überzeugenden Hörspielbearbeitung.

Wunderbar sind die Sprecher, die ihre Charaktere völlig erfassen und ihnen eine ganz eigene Stimme geben können. Allen voran Ulrich Pleitgen mit seinem markanten Ton, immer leicht schroff, er kann sowohl die Dialoge als auch die Ich-Erzähler-Teile gekonnt und mit Feingefühl umsetzen. Anne Weber spricht ihren Charakter Ann Britt Höglund mit ebensolchem Sinn für das Detail und steht in Sachen Intensvität Pleitgen in nichts nach. Auch Matthias Ponnier kann als Tyren völlig überzeugen und steht fest in seiner Rolle. Weitere Sprecher sind Jürg Löw, Ute Rosenbauer und Ilse Strambowski.

Die Musik ist beeindruckend und sorgt für jede Menge düstere Stimmung. Warm und weich wird die Geschichte darin eingebettet und von ihr näher an den Hörer getragen. Sie stammt aus bereits existierenden Blues-Alben, wurde also nicht speziell für diese Produktion angefertigt, und wirkt vielleicht gerade deshalb so lebendig.

Ein zerbrochenes Kreuz ist der Blickfang auf dem Cover zu diesem Hörspiel. Es ist der neuen Taschenbuchauflage entnommen und passt wunderbar zu der Thematik. Die restliche Aufmachung ist eher schlicht, enthält aber einen ausführlichen Infotext über Henning Mankell.

Fazit: Eine sehr spannende Geschichte mit glaubhaften und interessanten Charakteren. So sieht gelungene Krimiunterhaltung aus.

VÖ: 30.Mai 2010 Label: Der Hörverlag Bestellnummer: 978-3-86717-598-2
Quelle: Rezension www.hoer-talk.de