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LESEN IST FÜR IHN SO WICHTIG WIE ESSEN UND TRINKEN Er ist Kommissar Matthias Sander vom >K3<. Die WAZ sprach mit dem Schauspieler Ulrich Pleitgen
Ulrich Pleitgen verkörpert in dem NDR-Krimi "K3" (3. Folge: FIEBER) den Kommissar Matthias Sander. WAZ-Redakteurin Bettina Kutzner sprach mit dem Schauspieler.
WAZ: Wieso ist der Sander Ihre erste Kommissarfigur?
PLEITGEN: Ich habe Kommissare - außer als Episodenfiguren - abgelehnt, weil ich es so langweilig fand, immer zu fragen: "Wo waren Sie gestern Abend um halb acht?" Und ich wollte nicht festgelegt werden. Ich möchte unterschiedliche Figuren spielen. Aber zweimal im Jahr den Sander, das geht. Und ich tue das mit großer Freude,
WAZ: Sie drehen gerade mit Marie Luise Marjan "Dem Himmel sei Dank" , eine leichte Geschichte. "K3" gehört eher zu den anspruchsvolleren Formaten. Wonach wählen Sie Ihre Rollen aus?
PLEITGEN: Das Leichte ist ja nicht leicht und das Schwere ist nicht schwer. Ich schaue auf die Figuren: Kann ich sie spielen. dass man sie glaubt? Außerdem mag ich Komödien mit einem tragischen Aspekt. So ist doch auch unser Leben.
WAZ: Was gefällt Ihnen an "Kripo Hamburg" am besten?
PLEITGEN: Diese milde Trauer über den Zustand der Welt. Diese Nächtigkeit, diese melancholische Grundstimmung. Dass es Verbrechen sind aus Leidenschaft, aus Eifersucht, oder weil man nicht geliebt wird. Wie Menschen plötzlich ans Verbrechen geraten, das wollten wir zeigen.
WAZ: Wie würden Sie den Sander und die Reihe beschreiben?
PLEITGEN: Sander ist der mit der Nase, mit dem Geruchssinn. Ein ruhender Pol, in dem ein Vulkan schlummert. Und vom Privatleben der Polizisten erfährt man wenig, das finde ich gut. Ich habe genug von Kommissaren mit verhaltensgestörten Töchtern und kaputten häuslichen Verhältnissen.
WAZ: Man kennt Ihre Stimme auch aus Hörbüchern und Hörspielen. Gibt´s etwas Neues?
PLEITGEN: Ich lese bald für ein Hörbuch "Die fünfte Frau" von Henning Mankell. Im Winter, wenn die Tage zum Drehen zu kurz sind, mache ich auch wieder Lesungen.
WAZ: Was bedeuten Bücher, bedeutet das Lesen für Sie?
PLEITGEN: Lesen ist meine Leidenschaft. Es ist so wichtig für mich wie Essen und Trinken.
Quelle: WAZ / Bettina Kutzner / 2004
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