WAS MÄNNER EBEN SO REDEN - Starker "K3" - Krimi. Ein Jahr ist es her, dass die vier neuen Männer vom K3 ihren hochgelobten Einstand hatten. Gut Ding will anscheinend Weile haben. Auch der zweite Fall der "Kripo Hamburg: Porzellan" besticht durch Erzählweise, Kamera und Darsteller.
Wieder erzählt Regisseur Friedemann Fromm eine Männergeschichte. Da sind vier Kommissare, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wie uns von Anfang an gezeigt wird: Männer im Auto reden, was Männer so reden. Wenn sie reden. Ulrich Pleitgen als kauziger Chef eher weniger, Oliver K. Wnuk als Kommissar Alpay umso mehr.
Die Polizisten müssen einen Mord an einem beliebten Werk - Lehrer klären, der in seinem Boot verbrannte. Eine Welt, die durch die üble Tat aus den Fugen glitt, zeigt eine detailverliebte Kamera: zerschlagene Fenster, Indizien. Die beeindruckende Musik von Edward Harris unterstreicht die kalten Bilder.
Die fahrige Handkamera will die Illusion penibler Polizeiarbeit perfekt machen, aber es fehlt nicht an leiser Komik, an ironischen Details, nicht nur beim Zusammenspiel der gegensätzlichen Ermittler Reisinger und Noll (Jürgen Tonkel, Oliver Bäßler).
Die Männer treffen auf Schüler, die den toten Lehrer bewunderten, aber mehr zu wissen scheinen über seinen gewaltsamen Tod. Und Grimme - Preisträger Fromm erzählt auch eine Geschichte von großen und kleinen Jungen, von der ersten Liebe, von Mutterliebe, von falscher Liebe. Des Toten junge Witwe (Laura Tonke) ist sowohl das Objekt der Begierde des Vaters und des Sohnes. Der Grund für einen Mord? Mancher scheint hier ein Motiv gehabt zu haben, die Kommissare stoßen auf die Abgründe in einer vorgeblich heilen Welt. Es hat sich gelohnt, auf diesen Krimi eine Weile zu warten.
Quelle: WAZ/ bk / 6. 9. 2004
K3 - Kripo Hamburg: Porzellan
mit Ulrich Pleitgen, Oliver K. Wnuk, Jürgen Tonkel, Oliver Bäßler sowie Laura Tonke, Adrian Topol, Saskia Vester, Thorsten Merten, Bo Hansen, Massud Mokamel, Tobias Pippig u.a.
Buch: Peter Petersen
Regie: Friedemann Fromm
Kamera: Jo Heim
Schnitt: Eva Schnare
Producer: Wolfgang Henningsen
Produzent: Jan Kremer
Redaktion: Verena Kulenkampff, Catharina Junk
Studio Hamburg Produktion GmbH