Ut wadden - ut wadden

Im Tiergarten feierte Günther Pleitgen am 2. September seinen neunzigsten Geburtstag. Vielen Werdenern ist er als langjähriger Rektor an der Heckerschule bekannt. Günther Pleitgen erblickte im September 1914 in Dellwig in einer Schule das Licht der Welt. Denn sein Vater war Leiter der dortigen Schule und als Reserve - Offizier eingezogen. Der spätere Pädagogik Professor war damals der jüngste Schulleiter in Preussen. Die Walter-Pleitgen-Schule trägt bis heute seinen Namen. Günther Pleitgen verbrachte einen Teil seiner Jugendzeit in Werden. Zunächst an der Laupendahler Landstrasse, später dann im Tiergarten. Nach Studium, Militärzeit und Gefangenschaft in Russland kehrte Pleitgen 1950 nach Werden zurück und begann, wie viele aus der Kriegsgeneration, noch einmal ganz von vorne. Er nahm ein Studium an der Lehrer-Akademie in Kettwig auf. Danach folgten Lehrerjahre in Essen-West an der Keplerschule und in Bredeney. Mit dem erfolgreichen Mittelschullehrer-Examen wurde er Chef der Graf-Spee-Schule in Bredeney. 1963 wurde er als Rektor an die damals noch evangelische Hecker-Schule in Werden versetzt. Der Unterricht fand zu dieser Zeit nicht nur im Gebäude der Heckerschule selbst, sondern auch in der ehemaligen Lucius-Schule in der Heckstrasse statt. Aus dieser Zeit in Werden kennen ihn noch viele ehemalige Schüler. Bis heute wird er zu Schülertreffen eingeladen. Schon damals war es für Heranwachsende nicht einfach, ihren Weg in die Gesellschaft zu finden. Oft war vor vierzig Jahren der Lehrer als Erziehungs-Berater und Anlaufstelle gefordert, wenn Eltern mit ihren "halbstarken" Kindern Probleme hatten. Hier war Pleitgen immer zu einem Gespräch bereit.
Heimatkunde, Geographie und Geschichte galt sein besonderes Interesse. Eine Beziehung zur eigenen Heimat und Geschichte sah er zeitlebens als wichtige Voraussetzung für mündige Bürger an. Er war Autor und Mitherausgeber einiger Lehrbücher in Geographie und Landeskunde. Bis heute pflegt und ergänzt er seine Sammlung von Geographie-Büchern und Atlanten.
In besonderem Maße engagierte sich Pleitgen in der Lehrer-Fortbildung: Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften für Junglehrer bereitete er Generationen von Lehrern auf ihr zweites Staatsexamen vor. 1968 wurde er aus Werden nach Rüttenscheid versetzt. Dort leitete er bis zu seiner Pensionierung 1976 die Hauptschule an der Girardstraße.
Quelle: Werdener Nachrichten/ 2004