Weihnachtslesung in Horneburg vom 19.12.2010

Weihnachtslesung in der ev. Kirchengemeine Horneburg (Bleiche 1, 21640 Horneburg) - Liebfrauenkirche

Ulrich Pleitgen las: MEINE SCHÖNSTEN WEIHNACHTSGESCHICHTEN AUS DEM NORDEN UND ANDERSWO
Kontakt: Nadja Mende/Projektleitung  -  Tel.: 040-88 171 218

Horneburg: Mit seinen "schönsten Weihnachtsgeschichten aus dem Norden und von anderswo" ist der Schauspieler Ulrich Pleitgen am Sonntag, 19. Dezember, ab 18 Uhr zu Gast in der Liebfrauenkirche. Dort rezitiert der Mime aus Texten von Heinrich Böll, James Krüss und Axel Hacke, von Walter Kempowski, Erich Kästner, Ota Filip und anderen.

 

Der mehrfach ausgezeichnete Ulrich Pleitgen ist dem Publikum hauptsächlich durch seine vielen Fernsehrollen bekannt. So ist er zum Beispiel in der ARD-Serie "Familie Dr. Kleist" als Apotheker Johannes Kleist zu sehen. Seit 1985 lebt der in Hannover geborene Schauspieler im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst. "Was Hamburg angeht, bin ich nicht objektiv, weil ich hoffnungslos in die Stadt und in die Leute verliebt bin", gesteht Ulrich Pleitgen, der bei jedem Wind und Wetter an der Außenalster anzutreffen ist - egal, ob es regnet oder die Sonne vom Himmel brennt, egal, ob es schneit oder stürmt und immer das Drehbuch vor der Nase. Ulrich Pleitgen bezeichnet sich als ein "Allwettermann" mit der Außenalster als Büro. Bekannt ist er den Fernsehzuschauern auch aus "Haus am See" und aus "Nicht von schlechten Eltern", wo er in die Rolle des Kapitäns und des Familienvaters schlüpft. 20 Jahre lang hat Ulrich Pleitgen auf der Theaterbühne gestanden.

Bei seinen Drehbuch-Runden um die Alster genießt der Schauspieler nicht nur die Natur, sondern auch die Begegnung mit Menschen, die ihn ansprechen: "Sie vertrauen sich mir an und erzählen aus ihrem Leben. Das ist ein großes Kompliment für mich." (hag)
Karten für 15 Euro, an der Abendkasse 17 Euro, gibt es bei der Kreissparkasse und der Volksbank Horneburg, im Kirchenbüro und in der Bücherstube Horneburg und in der Bücherstube Harsefeld.
Quelle: Stader Tageblatt 9.12.2010

Weihnacht lässt sich so und so feiern
Ulrich Pleitgen liest in der Horneburger Liebfrauenkirche Texte prominenter Autoren

von Franziska Felsch
Horneburg: Viele wollten ihn sehen und hören: den Schauspieler und Publikumsliebling Ulrich Pleitgen. Der bekannte, hauptsächlich aus Fernsehrollen bekannte Darsteller sorgte am Sonntagabend mit seinen "Schönsten Weihnachtsgeschichten aus dem Norden und anderswo" für eine proppenvolle Liebfrauenkirche in Horneburg.
Die als Lesung angekündigte Veranstaltung entpuppte sich bereits in den ersten Minuten als weit mehr als das.
Der 64-jährige Pleitgen las nicht einfach vom Blatt ab, nein, er arbeitete mit Händen, Augen, Gesicht, teilweise mit vollem Körpereinsatz. Die Stimme hob sich, sie wurde leise, sanft, und dann wieder lachte er aus vollem Halse. Immer an den richtigen Stellen. Wer die Augen schloss, konnte es sich geradezu vorstellen, wie die Protagonisten in den Erzählungen Weihnachten feierten. Bei Kempowski, 1910 in Hamburg - Wandsbek, hanseatisch gediegen und doch zum Schmunzeln. Die Zuschauer fieberten mit bei James Krüss, der von einem wütenden und rasenden Marzipankonditor im Schützengraben 1917 berichtete und nickten zustimmend, als Pleitgen die 20er und 30er Jahre aufleben ließ, eine Zeit, in der eine Apfelsine noch ein ganz besonderes Mitbringsel bedeutete.
Herrlich, wie Pleitgen das Ehepaar Schmidt vorstellte, das Weihnachten eigentlich boykottieren wollte. Natürlich klappte das nicht. Man ahnte den Ausgang der Geschichten und doch war es ein Augen-und Ohrenschmaus zu hören, was Pleitgen daraus machte. Zum Beispiel mit Axel Hackes Romanausschnitt zum leidigen Thema: Was schenke ich dieses Jahr meinen Lieben? Mit Betroffenheitsmiene schilderte Pleitgen, dass der Romanheld mal wieder viel zu spät und viel zu teuer einkaufte, aber sich fest vornahm, nächstes Jahr wird es besser. Der TV-Star versetzte sich förmlich hinein in die Figuren von denen er sprach.
Die Mischung aus bekannten und weniger bekannten Autoren machte Spaß. Selten Humorvolles von Heinrich Böll, Nachdenkliches von Erich Kästner, Deftiges von Ringelnatz, Engelhaftes von Margret Rettich und Ota Filip - das alles wirkte auf das Publikum derart überzeugend, dass sie Ulrich Pleitgen nicht ohne Zugabe gehen ließen.
Quelle: Stader Tageblatt 21.12.2010