Im Ostseebad Boltenhagen war Ulrich Pleitgen im Schlossgut Gross Schwansee am 24. 11. 2007 anderthalb Stunden lang Talk-Gast der charmanten Moderatorin Angelika Rätzke. Nach der Talk-Show las er dem nimmermüden Publikum zwei Kurzgeschichten von Thomas Mann vor.
"Ostseetalk" ist eine Veranstaltungsreihe des Boltenhagen Verlags.
23946 Ostseebad Boltenhagen
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BRILLANT: TV-STAR PLEITGEN
Wieder wurde Unterhaltung vom Feinsten geboten und war der Saal des Schlossgutes bis auf den letzten Platz besetzt.
Es war der 35. Ostseetalk.
GROSS SCHWANSEE. Wie immer gab es starken, lang anhaltenden Beifall für den Stargast des Abends und die Gastgeberin - doch diesmal auch Blumen und Applaus für einen "ganz normalen" Gast: für Renate Peth aus Klütz. Es handelte sich um den 35. Ostseetalk - und bei Renate Peth um den treuesten Fan dieser beliebten Veranstaltungsreihe. Die Leiterin der DRK - Wohnanlage in Klütz war mit Schwester Margitta 34 - mal (!) dabei; nur einmal fehlte sie wegen einer Hochzeit. "Was mich anzieht,ist diese einmalige Atmosphäre im Schloss. Mir gefällt, wie Frau Rätzke uns die Stars nahebringt. Die Leichtigkeit und Feinfühligkeit der Moderation, hinter der sich gewiss harte Arbeit verbirgt. Das ist für unsere Region einmalig."
Einmalig war auch der Gast des Talks, TV -Star Ulrich Pleitgen (>Familie Dr. Kleist<), begleitet von seiner Frau Ann - Monika.Er gab freimütig Auskunft über seinen Job, sein Privatleben - über Politik, Kunst und Kultur. Wer mit Pleitgen, dem gelernten Theaterschauspieler, plaudert, erfährt viel. So machte er keinen Hehl daraus, dass er politisch "ein Linker" ist, der für Gerechtigkeit in der Gesellschaft eintritt und sich dafür engagiert, dass die Kluft zwischen Armen und Reichen nicht noch größer wird. Diese Haltung würde er gern öfter in seinen Filmrollen zum Ausdruck bringen, doch vielen Regisseuren und Produzenten fehle der Mut zu gesellschaftskritischen Filmen. Fast immer ginge es nur um Quote und Gewinn. So seien seichte Geschichten öfter die Regel, Drehbücher dieser Art aber für ihn kein Genuss.
Dass Pleitgen ansonsten durchaus ein Genuss - Mensch ist, machte er in seinem kleinen Exkurs über den "Filmkuss an sich" deutlich. Das Publikum amüsierte sich köstlich - Ehefrau Ann - Monika auch. Überhaupt hatte der Mime keine Probleme, Auskünfte aller Art zu geben. So erfuhr man, dass er gerne kocht, das Rauchen aufgegeben hat und dem Alkohol nicht viel abgewinnen kann. Dass er sich Ruhe nach anstrengenden Dreharbeiten in seinem Reetdachhaus in der Lüneburger Heide gönnt. Dass die Hamburger Alster sein "Arbeitszimmer" ist, da Ulrich Pleitgen seine Rollen meist bei ausgedehnten Spaziergängen lernt. Auch auf Hörbuchproduktionen bereitet er sich "laufend" vor. Der Lohn: Viele seiner Interpretationen wurden ausgezeichnet.
Höhepunkt des unterhaltsamen Abends war seine kleine Thomas-Mann-Lesung. "Das Wunderkind" und "Das Eisenbahnunglück" las er mit Herz und großer Stimme. Die feine Ironie, die Hintergründigkeit der Mann-Texte - nichts ging verloren. Das fand auch der Boltenhagener Dr. Walter Maihöfer, dem Pleitgens sensible Schilderung der Figuren besonders gefiel. "Ich sah die Geschichte plastisch vor mir", lobte er.
Quelle: OZ / Klaus Neitzkow / 27. 12. 2007
Facts:
Seit fünf Jahren lädt die bekannte Journalistin Angelika Rätzke Prominente aus Kunst, Kultur, Sport und Politik zum "Ostseetalk" ins Schlossgut Groß Schwansee (etwa 15 Autominuten von Boltenhagen entfernt). Der Ostseetalk ist für Prominente wie Gäste ein besonderes Erlebnis. Im restaurierten "Pferdestall" oder im Schlossgut selbst findet in loser Folge die beliebte Veranstaltungsreihe des Boltenhagen-Verlags statt. Ein Talk ohne Kamera und Einschaltquoten- und zu moderaten Preisen (Karte in der Regel 16 Euro).
Hier trifft man Promis, die man sonst nur aus den Medien kennt, mal zum Anfassen nahe. Hier lassen sich Diven und Showstars, Politiker und Sportler, Künstler und andere Hochkarätige von Gastgeberin Angelika Rätzke ins amüsante Kreuzverhör nehmen. Man hört Intimes, Provokantes, Verblüffendes. Kurz: Man erfährt, was man immer schon mal wissen wollte. Die familiäre Talk-Atmosphäre (manchmal stellen Zuschauer spontan Fragen) hat bisher noch jeden Promi gesprächig gemacht. Der "Ostseetalk" ist mehr als eine Reise wert.
Wer den unterhaltsamen Abend noch genießerisch ausklingen lassen will, hat im Schlossgut beste kulinarische Möglichkeiten. Denn das "Ostseetalk-Menü" (3 Gänge) lässt sich kaum ein Gast entgehen.
www.boltenhagenverlag.de
Kein Genuss ist vorübergehend,
denn der Eindruck,
den er zurücklässt, ist bleibend.
Johann Wolfgang von Goethe