Ulrich Pleitgen als Bauer Klaus Hildebrandt
Ferdinand Dux als Altbauer August Hildebrandt und Ulrich Pleitgen als sein Sohn Klaus.
Konstantin Graudus, Ulrich Pleitgen, Ferdinand Dux, Kameramann R. Petrus Schloemp und Regisseur Wigbert Wicker.

PETTICOAT Geschichten aus den Fünzigern von Marlies Kerremanns und Alexander May - 1989

Amüsiert und fasziniert sieht die Jugend von heute auf Petticoat und "Elvis - Tolle", auf Motorroller, Tütenlampe und Nierentisch. Bill Haley, James Dean und der unsterbliche Elvis Presley sind zum Mythos verklärten Idolen jenes Zeitalters.
Die Entwicklung in den Fünfziger Jahren prägte ganz entschieden das Gesicht der heutigen Bundesrepublik: die Amerikanisierung des täglichen Lebens und unserer Sprache, die Einbindung in die EG, die Wiederbewaffnung, die Öffnung der Grenzen und das Bewußtsein, ein Teil Europas und nicht Gegner der Europäer zu sein. Und noch eine wichtige Veränderung nahm in den fünfziger Jahren ihren Anfang: Das Fernsehen kam in die Wohnzimmer, beeinflußte und veränderte familiäre Verhaltensweisen und Anschauungen. Die ländliche Jugend wollte sich jetzt nicht mehr länger unterscheiden, sie verehrte die gleichen Vorbilder, begeisterte sich für die gleichen Rituale ... womit wir bei den Geschichten dieser Serie sind.
Es geht nicht so sehr um die spektakulären Ereignisse dieser Zeit, um Halbstarkenkrawalle und wilde Rockkonzerte, sondern um die kleinen Kämpfe für individuelle Freiheiten. Endlich in den Besitz einer straff sitzenden Hose oder eines Petticoats zu gelangen war ein Erfolgserlebnis. Schminken, offenes Haar, die ersten Zigaretten waren Meilensteine auf dem Weg aus der gutbürgerlichen Langeweile der Adenauer-Ära. Diese Serie beschreibt jene Zeit aus der Perspektive von Jugendlichen, macht den Gegensatz von Land und Stadt erlebbar.
Die sechs Folgen spielen auf dem Hildebrandt - Hof in einem niedersächsischen Dorf. Es gibt eine schöne, alte Kirche, den eisenharten, protestantischen Pastor Pohlig, den auch ein Schicksalsschlag nicht an seinem Gott zweifeln lässt.
Die dickköpfigen Bauern August Hildebrandt, der sich lange erfolgreich gegen den fälligen Generationswechsel wehrt, seinen Sohn Klaus mit Frau Inge, den Kindern Katrin, Henner und Annelene.
Außerdem ist da noch Christine Wernitz, eine Flüchtlingsfrau aus Stettin, die mit ihrem Sohn Harry in Lohagen gelandet ist. Harry ist hier aufgewachsen, gehört aber noch immer nicht richtig dazu, ebensowenig wie seine Mutter, die selbst 1958 noch an die Rückkehr ihres Mannes glaubt, von dem sie kein Lebenszeichen hat.
Aber auch unter den Einheimischen gibt es die ersten Zweifler an den "ewigen Werten" der guten alten Zeit. Zu ihnen gehört Klaus Hildebrandt. Der Krieg hat ihn verunsichert, noch heute leidet er an den Folgen einer Verwundung. Klaus will seinen Kindern etwas geben, was ihm niemand gegeben hat, nämlich Bildung.
Im nahen Hannover leben Verwandte der Hildebrandts. Der Bauunternehmer Karl Kruse ist mit Klaus´ Schwester Emmi verheiratet. Er und seine Frau sind typische Wirtschafts-Wunderkinder. Auf dem Hildebrandt - Hof ist in den Fünfziger Jahren die Welt noch weitgehend in Ordnung.Umso genauer werden hier die Zeichen der neuen Zeit registriert und kritisch unter die Lupe genommen. Auch hier ist alles anders geworden - es ist eine Zeit der Chancen und des Neubeginns, des unbefangenen Fortschrittglaubens. Das erfährt zuallererst das Liebespaar Katrin und Harry.
Denn Harrys Vater kommt tatsächlich zurück - nach der Kriegsgefangenschaft hat er lange in Polen gelebt - , um gleich darauf wieder aufzubrechen mit seiner Frau Christine und seinem Sohn Harry.

Darsteller:
Ulrich Pleitgen
Dorothea Kaiser
Christiane Heinemann
Konstantin Graudus
Ferdinand Dux
Elske Rozycki
Doris Kunstmann
Gunther Malzacher
Timothy Peach
Claus Fuchs
Gertie Honeck
Anna Polke
Dörte Lyssewski
Reiner Scheibe
Kai Adler
Edgar Bessen
 

 

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