SCHARF AUFS LEBEN, Fernsehfilm der ARD, 90 Min. - 2000

Im Jahr 2000 drehte Ulrich Pleitgen mit Senta Berger als Partnerin in Frankfurt den TV-Film "Scharf aufs Leben".
V.lks: Senta Berger, Manon Strache, Ulrich Pleitgen. Fotos: Peter Bischoff
Ulrich Pleitgen in Frankfurt auf dem "Eisernen Steg". Foto: Ann-Monika Pleitgen / 2000
mit Senta Berger
mit Senta Berger

Solveigh, die Mutter eines Klaviervirtuosen, ist nach 30 Jahren Ehe von ihrem Mann Rudolph geschieden. Sie arbeitet in einem Bistro, tanzt leidenschaftlich gern Boogie-Woogie und ist eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Leben. Nur manchmal nagen Zweifel an ihr: Sollte das schon alles gewesen sein? Zeitgleich in einer Frankfurter Werbeagentur. Der Chef Magnus Nadolny und der Fotograf Mike Bergengruen führen dem Repräsentanten einer italienischen Mode-Nobelmarke ihre neue Werbekampagne vor. Doch der ist unzufrieden. Er fordert eine Frau mit Klasse, kein Einheitsgesicht, kein Girlie. Magnus und Mike sind ratlos. Sie gehen in ein Bistro essen; und da ist sie, die Frau, die sie suchen, eine Frau mit Ausstrahlung, schlichter Eleganz und Stil - Solveigh! Alles geht jetzt sehr schnell und bald ist nichts mehr wie es war in Solveighs Leben. Sie macht eine große Karriere als Fotomodell und genießt es! Magnus, der eigentlich mit Saskia, einer Stylistin, liiert ist, erliegt ihrem Charme und glaubt, sich unsterblich in sie verliebt zu haben. Aber da ist auch noch Mike und nicht zuletzt Solveighs Ex-Mann Rudolph. Talkshows und Titelblätter, Flughäfen und Fotostudios - bald wird es Solveigh zu viel. Sie steigt aus der Scheinwelt aus und taucht wieder ein ins wirkliche Leben ...

Deutschland 2000 

Darsteller:
Senta Berger : Solveigh Kronberg
Ulrich Pleitgen : Michael "Mike" Bergengruen
Ralph Herforth : Magnus Nadolny
Gisela Trowe : Gertrud Neumann
Dagmar Altrichter : Anna Kronberg
Kathie Kriegel : Florence Lalande
Marie Herbst : Jerry Christoph
Peer Jäger : Oscar
Manon Strache´ : Edda Ostermeier
Dietmar Mues : Rudolph Kronberg.


Kamera  
Jürgen Herrmann

Drehbuch:
Christine Kabisch
Neithardt Riedel

Regie:
Christine Kabisch 
Quelle: Pressestelle Das Erste


JUNG? ALT? Ulrich Pleitgen behagt es nicht, "dass dies dauernd thematisiert wird. Jugend findet doch im Kopf statt".
Wie man nun auch auf dem Bildschirm sehen kann, in der charmanten Komödie SCHARF AUFS LEBEN (ARD, 20.15 Uhr), die die Erkenntnis liefert, dass wahre Schönheit keine Frage des Alters ist.
 
Die 55-jährige Solveigh (Senta Berger), nach langer Ehe mit Rudolph (Dietmar Mues) frisch geschieden, tanzt schon mal bis in die Puppen Boogie Woogie und kellnert sich durchs Leben. Über die Liebe macht sie sich scheinbar keine Illusionen mehr: "Frauen über 40 werden eher überfahren, als dass sie noch einen Mann kennen lernen", vertraut sie ihrer Kollegin an. Zeitgleich wird in einer Frankfurter Werbeagentur ein Model mit Klasse gesucht. Kein Einheitsgesicht, kein Girlie, sondern eine Frau mit Ausstrahlung. Mit einem Wort: Solveigh. Von da an geht alles blitzschnell. Sie wird entdeckt, macht Karriere - und muss sich plötzlich zwischen drei Männern entscheiden: Ihrem Ex, dem wesentlich jüngeren Agenturchef Magnus (Ralph Herforth) und dem gleichaltrigen Fotografen Mike.
Den spielt Ulrich Pleitgen. Gereizt hat ihn an der Rolle, "dass sich da jemand, der älter geworden ist, behutsam an eine neue Liebesbeziehung heranwagt". Mit Senta Berger hat er bereits vor der Kamera gestanden, in >Mit fünfzig küssen Männer anders<.  Was ihm an ihr gefällt? "Sie weicht ihrem Alter nicht aus", sagt Pleitgen, der vor allem seit seiner Darstellung als Kapitän Wolfgang Schefer in der ARD-Vorabendserie >Nicht von schlechten Eltern< ein gefragtes Fernseh-Gesicht ist. "Ich habe großes Glück, dass mir interessante Figuren angeboten werden."
Figuren mit sympathischer Grundstimmung.
Gerade erst hat er für RTL <Das schwangere Mädchen< abgedreht. Fürs ZDF war er zehn Wochen in Australien, stand im Outback für den Zweiteiler >1000 Meilen für die Liebe< vor der Kamera. Nach >Scharf aufs Leben< ist Ulrich Pleitgen in den kommenden Wochen gleich mit drei Filmen im TV zu sehen: In <Alle Kinder brauchen Liebe<, >Amokfahrt zum Pazifik< und >Ehemänner und andere Lügner< .
Ich liebe meinen Beruf und muss nicht viel Zeit für anderes haben", sagt Pleitgen. Und doch macht er jetzt etwas anderes. Gerade bereitet der Schauspieler Lesungen auf der MS Deutschland vor. Über Weihnachten und Neujahr geht´ s auf dem Traumschiff von Dakar in die Karibik. Dann warten neue Fernsehprojekte ...
Quelle: WESTFALENBLATT/ Susanne Manasterni / 12. Dezember 2000

Solveigh Kronberg (Senta Berger), geschieden, Mutter eines erwachsenen Sohnes, arbeitet als Kellnerin in einem Bistro und hat sich mit dem Leben arrangiert. Da wird die attraktive 55-Jährige von dem Agenturfotografen Mike Bergengruen (Ulrich Pleitgen) als Model entdeckt. Ein Leben in Luxus winkt, obendrein verliebt sich der wesentlich jüngere Chef der Agentur (Ralph Herforth) in sie. >Scharf aufs Leben< heißt Christine Kabischs Komödie über die privaten und beruflichen Chancen von Menschen jenseits der 50. Mit Pleitgen sprach Rudolf Ogiermann.
 
Wie würden Sie Mike Bergengruen selbst beschreiben?
 
PLEITGEN: Als einen Mann, der die ersten Stürme hinter sich hat, der geduldiger geworden ist, liebevoller, zärtlicher, weil er nicht mehr kämpfen muss. Das sind Eigenschaften, die einem mit den Jahren zuwachsen.
 
Das klingt so, als habe diese Figur sehr viel von Ihnen selbst.
 
PLEITGEN: Das ist in diesem Fall richtig, obwohl ich es prinzipiell langweilig finde, mich selbst spielen zu müssen. Es stimmt aber, dass ich auch privat nie ein Draufgänger war. Ich habe immer gewartet, bis die Frauen anfingen.
 
Umfragen zufolge sind Beziehungen, in denen der Mann wesentlich jünger ist als die Frau, gesellschaftlich kaum akzeptiert - im Gegensatz zum umgekehrten Fall ...
 
PLEITGEN: Ich mache da keinen Unterschied. Für mich selbst kommt das aber nicht in Frage. Ich war mal mit einer ganz jungen Frau zusammen. Das hat überhaupt nicht funktioniert. Ich kam mir immer vor wie ein Lehrer. Ich lebe lieber in einer Beziehung mit einer Partnerin, die über eine ähnliche Lebenserfahrung verfügt. Bestimmte Ereignisse - auch politische - gemeinsam erlebt zu haben, ist ein großer Genuss.
 
Es geht in diesem Film um den Umgang mit dem Alter, um die Definition von Schönheit. Etwas, das Sie auch persönlich beschäftigt?
 
PLEITGEN: Natürlich. Obwohl ich sagen muss, dass das Altwerden in unserem Beruf kein so wichtiges Thema ist. Es gibt sicher Jobs, in denen man es da schwerer hat. Gute Schauspieler bleiben erhalten. Bei uns geht´ s am Set ja nicht darum, wer jünger ist, sondern darum, wer seine Arbeit gut macht. Dass man sich mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigt, vor allem, wenn aus einem Zipperlein eine richtige Krankheit geworden ist, ist auch klar. Wichtig ist, dass man im Kopf jung bleibt. Junge Leute, das stelle ich immer wieder fest, beurteilen einen ja nicht nach der Zahl der Falten im Gesicht, sondern danach, wie unverbraucht man im Denken ist.
 
Macht es für Sie einen Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau Regie führt?
 
PLEITGEN: Nein. Hauptsache, er oder sie ist gut. Ich habe immer gerne mit Frauen zusammengearbeitet. Da die meisten aus nahe liegenden Gründen Männer genau beobachten, wissen sie sie oft besser zu inszenieren. Ich muss aber zugeben, dass ich früher dachte, Frauen in diesem schweren Beruf müßten unter einer Profilneurose leiden. Dem ist aber überhaupt nicht so. Regisseurinnen, jedenfalls die, die ich kennengelernt habe, sind ganz gelassen.
Quelle: MÜNCHENER MERKUR / Rudolf Ogiermann /12. 12. 2000

 

 

 

 

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