FRAUENZENTRUM EISENACH LUD ULRICH PLEITGEN AM 16.10.2008 UM 17.30 UHR ZUR TALKRUNDE EIN.

Das Frauenzentrum Eisenach lud zu einer Talkrunde mit Ulrich Pleitgen ein. In der Wartburgallee 12 konnte man ihn, der in der Serie FAMILIE DR.KLEIST den Onkel Johannes spielt, hautnah erleben und mehr über ihn als Mensch erfahren.

 

"BEWAHREN SIE SICH IHRE SOLIDARITÄT"
Schauspieler Ulrich Pleitgen alias Onkel Johannes aus "Dr. Kleist" kam zum Plaudern ins Frauenzentrum
 
Souverän, unterhaltsam und ehrlich präsentierte sich Ulrich Pleitgen seinen Fans beim Plausch im Frauenzentrum. An vielen Stellen sparte er nicht mit seiner Sicht der Welt.
 
Das Frauenzentrum in der Wartburgallee war picke-packe voll. Immer noch wurden Stühle reingetragen, und die bereits einen Platz ergattert hatten, rückten enger zusammen. Der größte Teil der Zuhörer waren Frauen, dazu eine Handvoll Kinder und vereinzelt Männer.
Ulrich Pleitgen nahm sich viel Zeit und erzählte immer wieder Anekdoten aus seinem Schauspielerleben. Seine Traumrolle hat er noch nicht gespielt, obwohl er seit Anfang der 70er Jahre auf den Brettern steht, die die Welt bedeuten. "Es ist Don Quichotte, den sie mir immer verwehrt haben", sagte der Schauspieler seinem Publikum.
Die Serie "Familie Dr. Kleist" und Eisenach sind ihm ans Herz gewachsen.
Der Unterschied zwischen "Dr. Kleist" und der Wirklichkeit sei, dass in der Serie immer alles gut ausgehe.
"Viele sagen Massenfernsehen, aber wir geben den Leuten Hoffnung", ist der Schauspieler überzeugt. An Eisenach findet der Hamburger Natur und Geschichte fantastisch. Und auch die etwas andere Art der Menschen. "Hier gibt es noch so etwas wie einen Rest von Kollektivdenken."
Eine seiner weiblichen Verehrerinnen hat einige Zeilen vorbereitet, und der Mime scheint davon ehrlich gerührt.
"Kümmert euch umeinander" - das sei die Botschaft der Arztserie aus Eisenach.
Man nimmt ihm ab, dass er jetzt nicht spielt.
Quelle: EISENACHER ALLGEMEINE vom 17. 10. 2008

 

VIEL BEIFALL FÜR ONKEL JOHANNES
Ulrich Pleitgen stand im Frauenzentrum Rede und Antwort
 
EISENACH (ep) Dass Irren menschlich ist und manchmal sogar ganz angenehm sein kann, durfte "Familie Dr. Kleist" - Darsteller Ulrich Pleitgen bei seinem Besuch im Frauenzentrum feststellen. Angesichts des herbstlichen Schmuddelwetters habe der beliebte Mime eigentlich kaum mehr als eine Handvoll Besucher erwartet, räumte er zu Beginn der Veranstaltung ein, um dann in einen bis auf den letzten Platz besetzten Raum geführt zu werden, wo er bereits sehnsüchtig von seinen treuen Fans erwartet und mit Beifall in Empfang genommen wurde.
Ohne lange Vorrede begann Ulrich Pleitgen, der in der überdurchschnittlich erfolgreichen Serie um die Eisenacher Arztfamilie den liebenswerten Onkel spielt, aus seinem bewegten Schauspielerleben zu berichten. Dieses Schauspielerleben begann bereits  mit vierzehn Jahren und führt ihn über das Berliner Schillertheater und die Schauspielhäuser Basel, Frankfurt sowie das Stuttgarter Staatstheater schließlich zum legendären Hamburger "Thalia" - Theater sowie später zu Film und Fernsehen.
Nach einem kurzen Exkurs in seine bewegte Vergangenheit, kam der "alte 68er" (Pleitgen über Pleitgen) endlich auf "Familie Dr. Kleist" zu sprechen, auch wenn das, was er darüber mitzuteilen hatte, nicht jedem gefallen mag.
"Die Serie wird von vielen verachtet, das ist durchaus bekannt", gab Pleitgen gegenüber den eingefleischten Kleist-Fans zu bedenken, weil sie ein Bestandteil des Massenfernsehens sei. Immer wieder werde er von Kollegen und den Medien gefragt, warum er als namhafter Charakterdarsteller und "Edelschauspieler" sich so etwas antue. Pleitgen aber nimmt Drehbücher und Kollegen in Schutz: "Unsere Kriegsschauplätze sind nicht der Irak oder Afghanistan, die liegen in der Familie, im zwischenmenschlichen Bereich. Mit Produktionen wie "Familie Dr. Kleist" verbreiten wir Hoffnung."
Seit seinen ersten Drehtagen freue er sich immer wieder darauf, nach Eisenach zu kommen, und das nicht nur wegen der Arbeit mit Francis Fulton-Smith und den anderen Kollegen am Set, sondern auch wegen der Einwohner der Stadt  und dem "Miteinander" der Menschen in den neuen Bundesländern, das sie sich um jeden Preis bewahren sollten, so Pleitgen.
Wort- und gestenreich erzählte Pleitgen dann noch, dass das Textlernen für ihn eine "fürchterliche Sklavenarbeit" sei, die er gern beim Spazierengehen bewältigt.
Nach gut einer Stunde kamen die Besucher zu Wort, die Details aus seinem Leben und über die Serie hören wollten. Die nächste, die dritte Staffel der Fernsehserie "Familie Dr, Kleist" mit Ulrich Pleitgen in der Rolle des Apothekers Johannes, wird ab 4. November 2008 ausgestrahlt.
Quelle: TLZ vom 18. 10. 2008 / Klaus-Peter Kaschke