KANDID, ZWEI AKTE NACH VOLTAIRE - VOLTAIRES HELD AUF DER BÜHNE 1971

By: Schiller-Theaters Werkstadt

Endlich hat sich die Werkstatt des Schiller-Theaters auf ihre eigentliche Aufgabe besonnen - neue Autoren vorzustellen. Der Tübinger Tänzer und Regisseur Salvatore Poddine - ein Sarde, der Solotänzer bei John Cranko in Stuttgart war - inszeniert Richard Heys neues Stück "Kandid, zwei Akte nach Voltaire". Für das Bühnenbild brachte der Berlin-Debütant den Stuttgarter Jürgen Schmidt-Oehm mit. Die Titelrolle spielt Ulrich Pleitgen. Seine Partnerin ist die 31jährige Isolde Miler, die nach Engagements in München, Innsbruck und Göttingen zum ersten Mal auf einer Berliner Bühne steht. In weiteren Rollen wirken Susanne Tremper, Klaus Miedel, Axel Wagner und Walter Riss mit.
Premiere dieser Uraufführung ist Mitte Dezember.
Quelle: BERLINER MORGENPOST/ F.R./ 1971

Die Premiere von "Kandid, zwei Akte von Voltaire" fand nicht statt. Generalintendant B. Barlog fand die Inszenierung geschmacklos und ausufernd.
 
Am 15. Februar 1972 nahm sich Salvatore Poddine das Leben.

SALVATORE PODDINE, der Leiter des Tübinger Zimmertheaters, hat Selbstmord verübt. Er wurde im sogenannten Kleinen Haus des Zimmertheaters erhängt aufgefunden. Poddine war 35 Jahre alt und stammte aus Sardinien. Vor rund fünf Jahren übernahm er das Zimmertheater und führte es zu internationaler Anerkennung. Mit seiner Tübinger "Marat"-Inszenierung gastierte er vor einiger Zeit in der Akademie der Künste. Den Auftrag, in der Werkstatt des Schiller-Theaters Richard Heys "Kandid" aufzuführen, mußte er wegen Differenzen mit dem Ensemble zurückgeben.
(dpa/Tsp)/ 1972
 
Zur Erinnerung an Salvatore Poddine malte Bernd Affolter 1972 dieses kleine Bild, nannte es SALVATORE und schenkte es Ulrich Pleitgen.