HORATIER VON HEINER MÜLLER / 1973. SCHILLER-THEATER WERKSTATT - INSZENIERUNG: HANS LIETZAU.

By: SCHILLER-THEATER WERKSTATT

Ein Horatier hat im Zweikampf mit einem Kuriatier aus der befeindeten Nachbarstadt Alba den Sieg für Rom errungen, im anschließenden Taumel aber seine trauernde Schwester niedergemetzelt, die dem Gegner verlobt gewesen war. Der Held wird hingerichtet, zugleich aber auch geehrt. Lorbeer und Beil werden ihm zuteil. Denn: "Die Worte müssen rein bleiben" und: "Das Halbe ist kein Beispiel".
Die Inszenierung, sowenig sie inhaltlich und gedanklich das Libretto bereichern kann, hat hohe ästhetische Qualitäten. Die gestische Prozedur, die Ritualisierung der Vorgänge gewinnen oft zwingende Schönheit. Die Austauschbarkeit der Argumentation, ob der Horatier nun als Held zu ehren oder als Mörder zu richten sei, wird aufregend sichtbar gemacht.